Champagner in versilberten Kelchen – für viele Passagiere das passende Getränk in einem Mercedes-Maybach. Foto: Mercedes-Benz AG

Die Mercedes-Maybach S‑Klasse treibt standesgemäß Luxus und Prestige auf die Spitze. Nach dem Facelift kostet das Modell knapp 200.000 Euro. Was sind die aufälligsten Features?

Sie ist die High-End-Version der S-Klasse und hat nach knapp sechs Jahren, ein Facelift erhalten – oder, wie man das bei Mercedes-Benz nennt: Modellpflege. Wenige Wochen, nachdem der Stuttgarter Hersteller die neue S-Klasse präsentierte, folgt nun die Maybach-Version des Flaggschiffs – das prestigeträchtigste Modell im Konzernportfolio.

 

Die rollende First Class kostet schnell so viel wie eine Zweizimmerwohnung in Sindelfingen, wo die Limousine produziert wird. Schon die Basisversion mit Sechszylinder steht mit 197.480 Euro in der Preisliste; der Achtzylinder beginnt bei 234.953 Euro. Für Europa gibt es erstmals zudem eine Plug‑in‑Hybrid‑Variante. Vergeblich suchen heimische Kunden jedoch die prestigeträchtige V12-Version. Laut Unternehmen wird sie künftig nur noch in ausgewählten Märkten angeboten – Europa zählt wohl wegen der strengeren Abgasnorm Euro 7 nicht mehr dazu.

Mercedes Maybach: Der Luxus findet auf den hinteren Plätzen statt

Wie es sich für eine Chauffeurslimousine gehört, wurde das Facelift vor allem im Fond zelebriert. Dort wartet etwa eine maßgeschneiderte Halterung für zwei versilberte Champagnerkelche der Flensburger Silbermanufaktur Robbe & Berking. Das passende Kühlfach verbirgt sich hinter der mittleren Fondarmlehne. Der Preis für dieses kleine Stück Bühnenbild: rund 5100 Euro.

Luxus auf vier Rädern: Die neue Mercedes-Maybach S-Klasse. Foto: Mercedes-Benz AG

Serienmäßig fährt die Maybach S‑Klasse mit Executive‑Sitzen vor. Auf Knopfdruck lassen sie sich in eine Ruheposition mit ausfahrbarer Beinauflage verwandeln. Wer sich für das Komfort-Plus-Paket entscheidet, kann sich neben den üblichen Massage-Funktionen auch noch seine Waden massieren lassen.

Die zwei Fond‑Display lassen sich jeweils über eine smartphoneähnliche Fernbedienung steuern. Damit können Passagiere Filme streamen, an Videokonferenzen teilnehmen oder Klima und Sonnenrollos bedienen.

Der begehrteste Sitz befindet sich hinten rechts. Von dort aus lässt sich der Beifahrersitz elektrisch weit nach vorn fahren, um maximale Beinfreiheit zu schaffen. Zusätzlich kann die Kopfstütze des Beifahrersitzes eingeklappt werden – für eine bessere Sicht nach vorn. Wem Geruch wichtig ist, der erfreut sich eventuell an dem Paket, dass Parfum im Innenraum verteilt – Beduftung nennt Mercedes das. In der Maybach S-Klasse gehört das Paket zur Serienausstattung.

Wer unter den mehr als 150 Lackfarben oder den 400 Interieurvarianten nicht fündig wird, kann seine Maybach S‑Klasse in der Sindelfinger Manufaktur bis ins kleinste Detail individualisieren lassen. Dort bietet Mercedes nach eigenen Angaben zusätzlich hunderte historische Farbnuancen und „schier unzählige Farben für Ziernähte“.

Produktion der Maybach S-Klasse startet im April 2026

Auch der Fahrer profitiert vom Update: Per Knopfdruck lassen sich nun die hinteren Türen elektrisch öffnen und schließen. Das Aussteigen geht damit schneller – und der Chauffeur muss nicht jedes Mal selbst Hand anlegen.

Wichtiger ist jedoch die technische Modernisierung. Die neue Maybach S‑Klasse erhält das KI‑basierte Betriebssystem MB.OS. Es steuert Navigation, Entertainment, Sprachassistenz, Klima- und Lademanagement, die Assistenzsysteme sowie sämtliche Over‑the‑Air‑Updates.

Die Serienproduktion der neuen Mercedes‑Maybach S‑Klasse startet im April 2026 in der Factory 56 des Mercedes‑Benz‑Werks Sindelfingen. Zu den Kunden zählen seit jeher Staatsträger, Topmanager – und Stars wie zuletzt der US‑Basketballspieler LeBron James.