Der Mercedes-Benz Junior-Cup steht vor der Tür. Lokalmatador und Titelverteidiger ist der VfB Stuttgart mit Trainer Tobias Rathgeb. Wir haben mit ihm gesprochen.
Es ist sein erstes Turnier als Cheftrainer der U-19-Junioren des VfB Stuttgart – für Tobias Rathgeb geht es am kommenden Wochenende beim Mercedes-Benz Junior-Cup aber nicht nur um Punkte und Prestige. Vielmehr stehen für ihn andere Dinge im Fokus. Wir haben mit ihm vor dem Turnier im Sindelfinger Glaspalast gesprochen.
Herr Rathgeb, der Junior-Cup steht am Wochenende an. Ihr erster als Cheftrainer der U 19. Kribbelt es da besonders?
Ja, aber das hat nichts mit meiner Rolle zu tun. Es ist ja bei Weitem nicht mein erster Junior-Cup, ich habe hier 2001 selbst gespielt, stand als Co-Trainer mit Heiko Gerber und Nico Willig mehrfach an der Bande. Ich weiß, was auf uns zukommt.
Das da wäre?
Die Halle ist immer auch so eine kleine Unbekannte. Das haben die letzten Jahre gezeigt. Auch wenn wir das Turnier jetzt zweimal in Folge gewinnen konnten, war es nicht so, dass wir da durchmarschiert sind und den Cup locker geholt haben. In der Halle entscheiden immer viele Kleinigkeiten über Sieg oder Niederlage.
Klingt schon nach einer gehörigen Portion Vorfreude.
Sicher, wir freuen uns alle sehr auf die Tage im Glaspalast. Trainerteam, Mannschaft, alle sind heiß auf die Herausforderung. Das ist ein Riesen-Event! Für die Spieler ist es eine positive Drucksituation. Volle Halle, viele Fans, Liveübertragung, starke Gegner. Dazu kommt der Aspekt, dass man viele schnelle Entscheidungen treffen muss, jeder Fehler kommt einen teuer zu stehen. Das ist das ideale Umfeld für die Spieler, um zu lernen und zu wachsen.
Dazu kommt der Vergleich mit internationalen Topteams.
Auf jeden Fall. Das kommt auch noch dazu. Aber schon allein die Bedingungen. Fünf gegen fünf, Kunstrasen, Rundum-Bande. Das ist einfach anders als das, was meine Jungs bisher kannten. Da kann man jede Menge Lerneffekt herausziehen.
Wie intensiv haben Sie die Mannschaft darauf vorbereitet?
Wir haben keinen speziellen Fokus gesetzt. Uns war wichtig, dass die Jungs im Urlaub etwas abschalten konnten, wir haben sie erst in dieser Woche zusammengerufen und waren einmal in Ruit in der Halle, wo vergleichbare Bedingungen herrschen. Dazu kommt ein Abschlusstraining im Glaspalast. Für uns ist der Cup ein Teil der Vorbereitung auf die Restrunde, der Kickstart in das Jahr.
Sind alle fit aus der Pause zurückgekommen?
Wir haben noch das eine oder andere Fragezeichen bei einigen Jungs. Da müssen wir gut abwägen, was mehr Sinn macht. Auch vor dem Hintergrund, dass wir nächste Woche nach Dänemark reisen, dort ein weiteres Turnier spielen. Daher gilt – nur wer zu hundert Prozent fit ist, wird auch in Sindelfingen spielen.
Gibt es eine Zielsetzung für das Turnier?
Wir wollen das Halbfinale erreichen. Das ist das Minimalziel. Hauptsächlich geht es darum, Spaß zu haben in der Halle. Die wir auch mitnehmen wollen. Wir sind die Lokalmatadore. Es werden viele VfB-Fans da sein, darunter auch viele Kinder. Für die wollen wir uns Zeit nehmen, ihnen sportlich etwas bieten. Dazu geht es darum, an die körperliche Leistungsgrenze zu gehen, den Puls richtig hochzujagen. Aber klar ist auch, dass es natürlich überragend wäre, wenn uns nach zwei Turniersiegen in Folge das ein drittes Mal gelingen würde.