Gut 700 Menschen kommen am Donnerstag zur Kundgebung vor dem Schorndorfer Rathaus. Angefeuert wird der Protest durch den „Fall der Brandmauer“ im Bundestag.
Wenn es um eine politische Standortbestimmung gegen den rechten Rand geht, ist Schorndorf eine sichere Bank: Trotz leichten Nieselregens haben sich am Donnerstag mehrere hundert Menschen auf dem Marktplatz vor dem Schorndorfer Rathaus versammelt, um ihre Stimme gegen Hass und Hetze zu erheben. Drei Wochen vor der Bundestagswahl sollte mit einer Menschenkette unter dem Motto „Nie wieder ist jetzt“ ein Zeichen gesetzt werden.
Mehrere Redner werteten die starke Resonanz als Mut machendes Zeichen und riefen zum Schutz der Demokratie auf. „Gehen Sie am 23. Februar zur Wahl und geben Sie Ihre Stimme den Parteien, die noch auf dem Boden des Grundgesetzes stehen“, hieß es auf der Bühne. Angefeuert worden war der Protest durch den am Mittwoch im Bundestag mit Unterstützung der AfD gefallenen Beschluss zur Migrationspolitik. Gratian Riter vom Schorndorfer Bündnis sprach von einem „Tag der Schande für die CDU“. Kurz nach dem Holocaust-Gedenken im Parlament habe man „die Brandmauer eingerissen und den Faschisten die Hand ausgestreckt“.
Das Bündnis spricht von einem „Tag der Schande für die CDU“
Vor fast genau einem Jahr hatten sich in Schorndorf mehr als 3000 Menschen zu einer Protestkundgebung vor der Barbara-Künkelin-Halle versammelt. In dem Veranstaltungszentrum war zeitgleich eine Veranstaltung der Südwest-AfD über die Bühne gegangen. Ans Rednerpult getreten war seinerzeit auch Schorndorfs Rathauschef Bernd Hornikel – wegen der Pflicht zu politischer Neutralität ausdrücklich nicht in seiner Rolle als Oberbürgermeister, sondern als Privatperson. Auch im April hatte an gleicher Stelle eine Großkundgebung gegen rechtsextremes Gedankengut stattgefunden.