Die Neuvergabe zeigt: An der Höfinger Grundschule sind die Mahlzeiten für die Kinder teurer als an der Mörikeschule in der Leonberger Kernstadt. Für die Eltern hat das keine Auswirkung, für die Stadtkasse schon.
Warum ist das Essen für die Kinder in der einen Grundschule teurer als in der anderen? Diese Frage stellte sich in der jüngsten Sitzung des Sozial- und Kultusausschusses des Leonberger Gemeinderates. Elviera Schüller-Tietze (SPD) hatte beim Vergleich zweier Auftragsvergaben festgestellt: „In der Mörikeschule ist das Essen billiger als in Höfingen, obwohl es der selbe Caterer ist.“
Unternehmen aus Rheinland-Pfalz künftig für beide Schulen zuständig
Wie kommt das? Zunächst die Zahlen und Fakten: Für beide Schulen ist in Zukunft das Unternehmen Sander Catering GmbH aus Wiebelsheim in Rheinland-Pfalz zuständig. Für die Grundschule Höfingen wurde jüngst ein Zwei-Jahres-Vertrag bis zum 4. September 2026 abgeschlossen, mit Option auf Verlängerung um je ein weiteres Jahr bis September 2028. In den ersten beiden Jahren geht es dabei um etwa 25 000 Essensportionen. Der Brutto-Essenspreis pro Portion liegt bei 6,23 Euro, 4 Euro davon bezahlen die Familien. Für die Stadt bleiben Kosten von gut 154 300 Euro.
Etwas anders sieht es bei der Mörikeschule aus. Die Vertragsmodalitäten sind gleich, allerdings geht es im ersten Zeitraum um 35 000 Mahlzeiten. Eine Portion kostet hier 5,40 Euro brutto, die Eltern bezahlen ebenfalls vier Euro davon. Die Stadt muss gut 188 500 Euro bezahlen. Wie es nun kommt, dass der Preis für eine Portion an der Mörikeschule unter dem an der Höfinger Grundschule liegt? „In Höfingen sind es schlichtweg weniger Portionen“, hieß es in der Antwort der Stadtverwaltung. Die einfache Rechnung: Je mehr Mahlzeiten die Stadt bestellt, desto billiger wird jede einzelne.
Speisen werden im „Cook & Chill“-Verfahren zubereitet
Für die Versorgung der Höfinger Kinder waren zwei Angebote eingegangen, für die Mörikeschule eines. In Höfingen sind derzeit noch die Johanniter für das Catering zuständig. An der Mörikeschule ist die Firma Sander bereits seit einigen Jahren fürs Essen verantwortlich. Nun übernehmen die Pfälzer auch in Höfingen. Die Mahlzeiten werden an beiden Orten im sogenannten „Cook & Chill“-Verfahren verzehrfertig gemacht. Das heißt sie werden tiefgekühlt angeliefert und erst an den Schulen aufgewärmt.
Dass die Speisen einen weiten Weg hinter sich haben, bevor sie in den Kindermägen landen, merkte Grünen-Stadtrat Sebastian Werbke an. „Der Anbieter kommt von sehr weit weg. In Zukunft sollte man da auch Klimagesichtspunkte beachten.“ Bislang entscheidet die Stadt nach folgenden Kriterien über den Zuschlag: Zu 50 Prozent zählt der Preis, die weiteren 50 Prozent macht das Qualitätskonzept aus – was wiederum zu gleichen Teilen in Speisequalität und Qualitätsmanagement gesplittet ist.