Die Handballer des TSV Schmiden haben ihr Meisterstück in der Oberliga gemacht – und jubeln mit ihren Fans in der Herrenberger Markweghalle. Foto: Susanne Degel

Die Oberliga-Handballer des TSV Schmiden sichern sich mit einem 33:23 (16:10) bei der SG H2Ku Herrenberg den Aufstieg. Ihr Coach hat eine klare Ansage für die Regionalliga-Konkurrenz.

Als Robin Paul am Samstagabend mit seinem zweiten Treffer die zwischenzeitliche 26:16-Führung markiert hatte (50.) und die Handballer des TSV Schmiden in der finalen Oberliga-Partie bei der SG H2Ku Herrenberg erstmals mit zehn Toren führten, tönte es lauthals aus dem Gästeblock „Nie mehr Oberliga, nie mehr, nie mehr“. Matthias Fischer, in der vergangenen Runde selbst noch Spieler beim TSV, hatte am Megafon das Kommando übernommen und die Fans immer wieder angeheizt. Knappe zehn Minuten später war das Meisterstück vollendet. Der Spitzenreiter der Staffel 1 hatte die Partie souverän mit 33:23 gewonnen und damit die Meisterschaft und den damit verbundenen Direktaufstieg in die Regionalliga perfekt gemacht.

 

„Das war heute vor allem in der Abwehr eine unglaublich gute Leistung. Es hat von der ersten Minute an alles so geklappt, wie wir uns das vorgenommen hatten“, sagte ein sichtlich stolzer TSV-Trainer Richard Babjak. Und weiter: „Mit dieser Abwehr werden es auch alle Gegner in der Regionalliga schwer gegen uns haben.“

Matthias Fischer als Fan-Anheizer am Megafon. Foto: Susanne Degel

Der punktgleiche HTV Meißenheim (beide 42:10 Zähler), der sich zeitgleich mit 39:35 gegen den TV Ehingen behauptet hat, muss nun gegen den TSV Wolfschlugen, den Zweiten der Staffel 2, Aufstiegsspiele bestreiten. Der Sieger steigt dann ebenfalls in die Regionalliga auf.

Dass die Schmidener dem Druck im Fernduell mit Meißenheim so standgehalten haben, hat den TSV-Abteilungsleiter Sven Zeidler am Samstag „unfassbar stolz“ gemacht. Zumal es ja auch für die gastgebende H2Ku Herrenberg noch um den Klassenverbleib ging und klar war, dass den Schmidenern nichts geschenkt werden würde. „Wir hatten die Hoffnung, dass es ein 50:50-Spiel werden könnte, wenn unsere Leistung stimmt und der Kopf mitmacht“, sagte der SG-Trainer Tim Gauß.

Beides war nicht der Fall, was freilich auch am Auftritt der Gäste lag. „Der TSV hat eine super Abwehr gespielt, wir haben keine Mittel im Angriff gefunden und waren chancenlos“, sagte der SG-Coach. Für die Mission Klassenverbleib sei der TSV Schmiden am Samstag einfach der falsche Gegner gewesen. Denn mit einem Sieg hätten die Gastgeber, die eigens eine Blaskapelle zur Unterstützung auf der Tribüne angeheuert hatten, den Klassenverbleib tatsächlich geschafft, weil sowohl die HSG Konstanz II als auch die HSG Ettlingen, die beiden direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenverbleib, am Samstag Federn ließen.

Nervenstark zum Aufstieg in die Regionalliga: Joey König leitet das Spiel des TSV Schmiden souverän

Doch die SG lag am Samstag nur ein einziges Mal in Führung, nachdem Leon Fischer mit dem ersten Angriff das 1:0 erzielte hatte. Danach dauerte es fast sieben Minuten, ehe die SG-Fans in der voll besetzten Markweghalle in Herrenberg das zweite Tor zum 2:4 bejubeln durften. Bis zum 4:6 waren die Gastgeber dann noch in Schlagdistanz, danach zog der TSV kontinuierlich davon. Als beim Stand von 16:10 die Seiten gewechselt wurden, dürfte es kaum mehr einen in der Halle gegeben haben, der den Gastgebern den Sieg zugetraut hätte.

Die Schmidener kämpften weiterhin leidenschaftlich, bejubelten in der Abwehr jeden Freiwurfpfiff für den Gegner und fanden auch vorn immer wieder Lücken in der SG-Defensive. Joey König zog auf der Rückraumposition einmal mehr genial die Fäden und avancierte zudem mit sechs Toren zum erfolgreichsten Feldtorschützen der Partie.

Paul Feirabend vom TSV Schmiden ist der zweitbeste Torschütze der Oberliga nach Oliver Bührer

Paul Feirabend, der die Saison am Samstag mit 215 Treffern (davon 104 Siebenmeter) hinter Oliver Bührer (SG Kenzingen/Herbolzheim; 252/70) auf dem zweiten Platz der Liga-Torjägerliste beendet hat, kam diesmal auf acht Tore (davon vier Siebenmeter), nachdem er zunächst 25 Minuten auf der Bank gesessen hatte und erneut Lino Klein den Vortritt lassen musste.

Die besten fünf Torschützen der Saison 2025/26:

  • 1. Oliver Bührer (SG Kenzingen/Herbolzheim) – 252/70 Tore
  • 2. Paul Feirabend (TSV Schmiden) – 215/104 Tore
  • 3. Yannik Oral (SV Leonberg/Eltingen) – 184/13 Tore
  • 4. Felix Wiederhöft (SV Leonberg/Eltingen) – 171/82 Tore
  • 5. Alexander Velz (HTV Meißenheim) – 167/0 Tore

Lino Klein hatte Babjak in den Trainingseinheiten unter der Woche mit seiner „super Abwehrleistung“ überzeugt. „Auf der linken Außenposition fällt es mir immer am schwersten, eine personelle Entscheidung zu treffen“, sagte Babjak.

Lob für den Trainer des TSV Schmiden gibt es von seinem Vorgänger

Aufgeregt wie schon lange nicht mehr, hatte sich derweil am Samstag sein Vorgänger Benjamin Koch gezeigt. Der ehemalige Schmidener Trainer war der einzige im pinkfarbenen TSV-Trikot im ansonsten blauen Fanblock. „Das war heute einfach nur souverän und dominant“, sagte er nach dem Schlusspfiff. Die Mannschaft habe noch einmal eine Riesenentwicklung genommen. „Richard macht da wirklich einen guten Job“, sagte Koch und strahlte nach der Schlusssirene mit seinen ehemaligen Akteuren um die Wette.

Diese dürfen jetzt erst einmal sechs Wochen lang die Beine hochlegen und ihren Erfolg genießen, ehe Richard Babjak am Samstag, 13. Juni, die Vorbereitung auf die neue Regionalliga-Saison einläutet.

    TSV Schmiden: Riegel, Scheiner – Feirabend (8/4), König (6), Baur (4), Traub (3), Bühler (3), Geßwein (3), Klein (2), Robin Paul (2), Pichler (2), Türk, Züfle, Weber, Siebel, Funk.