Anfang Februar ist das Mehrgenerationen-Zentrum eröffnet worden. Foto: Alexandra Kratz

Im Paritätischen Mehrgenerationen-Zentrum an der Hauptstraße in Vaihingen ist Leben eingekehrt. Die CDU-Gemeinderatsfraktion hat sich davon bei einem Vor-Ort-Termin überzeugt.

Vaihingen - Es ist eine bunte Mischung geworden. Da ist das Ehepaar, das mit gut 60 Jahren noch völlig fit ist, und alle zwei Wochen in der Welt unterwegs ist. Da ist die junge Frau mit Mitte 30, die ihr Leben meistert, obwohl sie im Rollstuhl sitzt. Und da ist die alte Dame Anfang 90, bei der erste kognitive Einschränkungen zu spüren sind. Sie kommt oft mehrmals am Tag ins Foyer, fragt den ein oder anderen wiederholt nach seinem Namen und lädt die Mitarbeiter dann zu einem Kaffee ein. Gemeinsam ist ihnen, dass sie Eigentümer oder Mieter einer der insgesamt 83 betreuten Wohnungen im Paritätischen Mehrgenerationen-Zentrum (PMGZ) sind.

Dem Einrichtungsleiter Dominic Bullinger und der Kommunikationsmanagerin Kathrin Rose ist Freude darüber anzumerken, dass endlich Leben in den Neubau an der Hauptstraße einkehrt. Das Café Kunterbunt hat geöffnet. Auch dort wird das Miteinander der Generationen gelebt. So gibt es beispielsweise einen Mittagstisch. Das hat sich rumgesprochen. „Viele kommen jetzt, um hier gemeinsam zu essen“, sagt Kathrin Rose. Gemeinsam essen ist auch eines der Stichwörter für das Pflegeheim im PMGZ. Dort gibt es derzeit zwei Hausgemeinschaften mit jeweils elf Bewohnern.

Die Betreuung ist der Alltag

„Die Betreuung bei uns ist der Alltag“, sagt Dominic Bullinger. Das bedeutet zum einen, dass gemeinsam gekocht und gegessen wird. Oder dass sich die Bewohner in ihrem „Wohnzimmer“ immer wieder mal zusammenfinden, um gemeinsam fern zu schauen. Zum anderen bedeutet das, dass ein sogenannter Alltagsmanager der erster Ansprechpartner für die Bewohner und auch die Angehörigen ist. „Die Alltagsmanager stauben auch mal zusammen mit den Pflegebedürftigen ab oder sie räumen zusammen die frische Wäsche ein“, sagte die Pflegedienstleiterin Silke Gehrig.

Wann die anderen vier Wohngemeinschaften im PMGZ eröffnet werden, hänge vor allem davon ab, wann das dafür erforderliche Personal gefunden werde, ergänzte Silke Gehrig. Ganz ähnlich geht es Monika Lang. Sie ist die Leiterin der Kindertagesstätte. Dort ist Platz für 55 Mädchen und Jungen. Wegen des Personalmangels gibt es derzeit aber erst zwei Gruppen. „Die Kinder verkörpern die junge Generation im PMGZ“, sagte Dominic Bullinger. Allerdings bestehe der generative Ansatz nicht darin, dass die Kinder die Senioren bespaßen. Es müsse ein Geben und Nehmen sein, sagte der Einrichtungsleiter. So sei beispielsweise geplant, dass Senioren als Vorlesepaten in den Kindergarten gehen. Vielleicht könne auch ein Leihgroßeltern-Service auf die Beine gestellt werden.

Treffpunkt für verschiedene Generationen

Auch der Turnraum der Kita soll zu einem Treffpunkt der verschiedenen Generationen werden. Dort wird es demnächst beispielsweise einen Kurs zur Sturzprophylaxe für Senioren geben. „So etwas könnten Kinder und ältere Menschen auch einmal zusammen machen“, sagte Kathrin Rose. Doch derzeit werden in der Einrichtung vor allem Ein- und Zweijährige betreut. „Die sind im Fallen noch sehr geübt“, sagte Monika Lang.

Ob es beim Bau des Mehrgenerationen-Zentrums größere Probleme gegeben habe, wollte der CDU-Stadtrat Philipp Hill wissen. Er habe keine Vergleichswerte, doch es habe schon die ein oder andere unangenehme Überraschung gegeben, antwortete Bullinger. Damals zum Beispiel, als ein Heizungsrohr platzte und einen Teil der Tiefgarage flutete. Doch im Grunde sind Dominic Bullinger und Kathrin Rose wie auch die vielen anderen Menschen, die im PMGZ arbeiten und leben, mit dem neuen Haus mehr als zufrieden. So sieht es auch Dorit Loos: „Ich bin begeistert, dass hier so viel unter einem Dach ist“, sagte die CDU-Betreuungsstadträtin. Darum habe sie ihrer Fraktion vorgeschlagen, die Einrichtung mal in Augenschein zu nehmen.

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