Auch wenn die Zahl der Rettungseinsätze mit Helikoptern steigt: Landungen auf dem freien Feld sollen die Ausnahme bleiben. Foto: dpa

Anwohner in der Ludwigsburger Oststadt sind irritiert: Sie haben den Eindruck, dass der Rettungshubschrauber immer häufiger auf freiem Feld gelandet ist. Er mache nicht nur viel Wind, sondern auch viel Lärm.

Ludwigsburg - Die Anzahl der Einsätze mit Rettungshubschraubern steigt seit Jahren – bundesweit und in der Region. Nun aber hat es auch eine Häufung von Landungen auf freiem Feld auf Ludwigsburger Markung gegeben. Das zumindest sagen Bewohner der Stadtteile Oßweil und Schlösslesfeld. Sie haben in jüngster Zeit mehrfach beobachtet, dass Helikopter auf einer Wiese beim Lochwald oder auf den Feldern bei Oßweil heruntergegangen sind. Zur Irritation darüber, dass die Einsatzfahrzeuge hier landen, statt auf dem Klinikdach, kommt die Angst, dass daraus eine Gewohnheit werden könnte, die den Anwohnern viel Lärm bescheren würde.

Acker statt Landeplatz in Pattonville

Bewohner aus dem Schlösslesfeld hatte überrascht, dass der Hubschrauber auf freiem Feld aufsetzte und der Pilot den Motor abstellte. In der Regel lande ein Helikopter auf der Wiese, wenn es die nächste für eine Landung geeignete Freifläche bei einem Notfalleinsatz ist, sagt Alexander Tsongas, der Sprecher der Regionalen Kliniken Ludwigsburg. Es sei durchaus möglich, dass sich der eigentliche Einsatz den Blicken der Anwohner entziehe, weil der Notarzt das letzte Stück der Strecke bis zum Einsatzort zu Fuß zurücklege, ergänzt Petra Hentschel, Pressesprecherin der DRF-Luftrettung. Dass hingegen ein Hubschrauber quasi zwischenlande, komme höchstens ein dutzend Mal pro Jahr vor. „Üblicherweise landet der Hubschrauber dann auf unserem Platz in Pattonville“, sagt Hentschel.

Tatsächlich aber habe es in der vergangenen Woche zwei Fälle von solchen „Zwischenlandungen“ bei Oßweil gegeben. Nötig werde das, wenn sich zwei Hubschraubereinsätze überschnitten, sagt die DRF-Sprecherin. „Der Helikopter fliegt nicht nur den Patienten, sondern immer auch das Notarzt- und Rettungsteam. Das bedeute, dass er an der Klinik warten muss, bis die Übergabe des Patienten an die Klinikärzte abgeschlossen und er das gesamte Team wieder mit zurücknehmen kann.

Ungewöhnliche Häufung

In der letzten Wochen sei es nun vorgekommen, dass ein zweiter dringender Fall im Anflug war, bevor der erste Einsatz abgeschlossen war. „Also hat der Pilot den Landeplatz freigemacht, um kurze Zeit später zurückzukommen und das Team zu holen“, sagt Hentschel. Vermutlich habe die Zeit gedrängt, weshalb der Pilot nicht den ganzen Weg bis Pattonville zurücklegen wollte. „Im Fall eines Rettungseinsatzes ist es rechtlich zulässig, auf einem Feld zu landen“, sagt Hentschel. Nach der Schließung der Landeplätze in Bietigheim, Vaihingen/Enz und Marbach ist der am Klinikum Ludwigsburg der einzige.

Insgesamt steige die Zahl der Einsätze der in der Region stationierten Hubschrauber weiter an. Im ersten Halbjahr 2016 war Christoph 51 (Stuttgart) 552-mal im Einsatz, in diesem Jahr 579-mal. Christoph 41 (Leonberg) war 2016 526-mal im Einsatz, in diesem Jahr waren es 611 Einsätze. Die Steigerung habe mit der Schließung und der Spezialisierung von Kliniken zu tun, sagt Hentschel. „Inzwischen machen Krankentransporte von Klinik A nach B ein Viertel der Hubschraubereinsätze aus.“

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