Eine Geschmackssache sind die Foodtruck-Märkte in jedem Fall. Die Stammheimer Bezirksbeiräte wollen es auf die eine oder andere Kostprobe ankommen lassen. Foto: Archiv Lederer

Streetfood-Märkte sollen künftig auch in einigen Außenstadtbezirken ihre kulinarischen Köstlichkeiten anbieten – darunter Feuerbach, Weilimdorf und Stammheim. Der Organisator Daniel Rosner hat sein Vorhaben in Stammheim vorgestellt.

Stuttgarter Norden - Auf der Speisekarte stehen exotische Köstlichkeiten wie Pulled Pork, Tandoori Hühnchen, Falafel, Burritos, Empanadas, Nachos oder Galettes, aber auch regionale Leckereien wie Schupfnudeln, Maultaschen, Kässpätzle und Co. Auf so genannten Street-Food-Märkten bieten Köche in ganz Deutschland ihre Speisen an. Unterwegs sind sie in Imbisswagen; sogenannten Foodtrucks. Auch viele Stuttgarter kennen das regelmäßige Angebot vom Karlsplatz oder erinnern sich an den Foodtruck-Markt vor Weihnachten auf dem Zuffenhäuser Kelterplatz.

Die Brüder Daniel und Oliver Rosner von der Stuttgarter Eventagentur Heldenreich organisieren diese Märkte. Sie wollen ihr Angebot in den kommenden Monaten ausbauen und Streetfood-Märkte künftig auch in anderen Stadtbezirken anbieten. Darunter Feuerbach, Weilimdorf und Stammheim. Aus diesem Grund war Daniel Rosner jüngst in Stammheim zu Gast. Im örtlichen Bezirksbeirat machte er sein Konzept den Lokalpolitikern schmackhaft. Konkret sei noch nichts, aber wenn es nach den Plänen der Rosners geht, dann sollen die Imbisswagen zwischen Juli und September immer freitags von 15 bis 22 Uhr im Ort Halt machen, idealerweise auf dem Kirchplatz an der Korntaler Straße. „Wir denken an etwa acht Foodtrucks mit wöchentlich wechselnden Angeboten, um die Sache attraktiv zu halten“, sagte der Unternehmer. „Keine Pizza, keine Döner und keine Currywürste. Es sind rollende Küchen mit hochwertigen Speisen als Alternative zum klassischen Fast-Food.“ Um das Angebot vielseitig zu halten, hätten sie Zugriff auf rund 300 bis 350 verschiedene Anbieter aus Deutschland und darüber hinaus. „Diese Leute sind an den Wochenenden zu Food-Märkten in den Metropolen unterwegs. Wir wollen sie auf der Durchreise erwischen und bieten ihnen eine Plattform zum Verkauf ihrer Speisen.“ Anders als beispielsweise in den USA, wo Imbisse quasi an jeder Straßenecke verkaufen dürfen, bräuchte es in Deutschland eine entsprechende Genehmigung.

„Die Anbieter kommen mit Anhängern und Faltzelten, bauen superschnell morgens auf und abends ab“, sagte er. „Wir sorgen als Veranstalter für den Strom, die Toiletten und die Müllentsorgung und tragen das unternehmerische Risiko.“ Ausschank sei bis 21.30 Uhr vorgesehen, um 22 Uhr werde abgebaut. „Wir wollen keine Party machen, die Leute sollen danach nach Hause oder in umliegende Restaurants oder Kneipen gehen.“ Überlegt werde auch, ob man Straßenmusiker einlade, um zusätzlich für Atmosphäre zu sorgen. „Keine Bands mit Verstärkern, sondern Unplugged-Musik“, sagte Rosner.

Noch gebe es für das Vorhaben keine detaillierte Planung, noch habe man sich nicht um Genehmigungen gekümmert. „Heute hier ist die reine Vorstellung“, sagte der Stuttgarter. „Aber wir wissen, so eine Veranstaltung gelingt nicht ohne die Akzeptanz der Bevölkerung.“ Der Kirchplatz als Veranstaltungsort biete ausreichend Platz, mehr als der ungeeignete Freihofplatz, und einen ausreichend großen Stromanschluss mit Zähler.

Die Stammheimer Bezirksbeiräte goutierten Rosners Präsentation. Unisono gab es Lob und positive Rückmeldungen. Die stellvertretende CDU-Bezirksbeirätin Lina Metzger merkte an, dass freitags Markttag sei und die Kirche dort Marktessen anbiete. „Wir verkaufen 60 bis 65 Essen pro Woche, der Reinerlös kommt der Johanneskirche zu Gute“, sagte sie. Der Food-Markt dürfe keine Konkurrenz dazu darstellen. „Wir können den Food-Markt gern probieren, sollten es dann aber nach einer gewissen Zeit kritisch bewerten“, sagte SPD-Beirat Peter Dietz-Vowinkel. „Eine Institution wie das Marktessen darf nicht sterben.“ Daniel Rosner sah darin kein Problem. Der Wochenmarkt ende deutlich früher. Und die Foodtrucks würden ihr Hauptgeschäft eher ab 17 Uhr und danach machen. Auch er hielt eine Manöverkritik für unabdingbar. „Sicher nicht gleich nach dem ersten Mal, für eine Bewertung braucht es Zeit, aber auch wir müssen intern schauen, ob sich der Markt lohnt.“

Bezirksvorsteherin Susanne Korge fasste zusammen: „Seitens der Stadtverwaltung ist ein solcher Markt gewünscht, um den Stadtbezirk zu beleben. Ich stelle fest, es ist einen Versuch wert, und der Bezirksbeirat nimmt zustimmend Kenntnis.“ Möglichst im Juli soll es laut Daniel Rosner in Stammheim losgehen.

Außer dort soll es auch in anderen Stadtbezirken Food-Märkte geben. Einen Vorstellungstermin hatte Rosner neben Stammheim am selben Abend auch in Feuerbach, er stand jedoch im Stau. „Die Vorstellung des Konzeptes für Feuerbach werde ich in der Sitzung im Mai nachholen.“ Als Standort für den Food-Markt ist der Roser-Platz avisiert. Auch Weilimdorf haben die Organisatoren auf ihrer Liste. Einen Termin im Bezirksbeirat gibt es noch nicht. In Botnang hingegen werde es keinen Markt geben. „Wir können nicht in jeden Stadtbezirk kommen – Freitag ist als Veranstaltungstag gesetzt und wir würden uns Konkurrenz machen, wenn wir es in jedem Bezirk anbieten würden.“ In Zuffenhausen soll es wieder einen Markt zur Weihnachtszeit auf dem Festplatz geben. „Die Veranstaltung in Zuffenhausen ist fix, sie wird sogar ein bisschen größer als im Vorjahr.“

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