Willi Burger (Mitte), Heiderose Mair und Helmut Noë (links) vom Förderverein mit Krankenhaus-Direktor Nicolai Stolzenberger (2. v. l.) und dem Chefarzt der Notaufnahme, Michael Baier Foto: Simon Granville

Der Förderverein des Krankenhauses Leonberg arbeitet auf vielen Ebenen. Ohne ihn wäre vieles nicht möglich, meint unser Leonberger Redaktionsleiter Thomas K. Slotwinski.

Die Cafeteria im Leonberger Krankenhaus ist ein Wohlfühlort – für Patienten, Personal und Besucher. Besonders gerne sitzen die Gäste im Sommer auf der Außenterrasse. Wiesen und Bäume sind nahe, der Blick reicht über die Stadt. Fast könnte man vergessen, dass man in einer Klinik ist.

 

Die wenigsten wissen, dass die Stühle, auf denen sie sitzen, vom Krankenhaus-Förderverein gespendet wurden. Seit 24 Jahren machen sich engagierte Frauen und Männer für „ihr“ Krankenhaus stark. Das geschieht auf unterschiedliche Weise. Schon lange gibt es die Vortragsreihe „Medizin vor Ort“, in der Chefärzte ihren Fachbereich vorstellen. Die Abende erfreuen sich großer Beliebtheit und sind entsprechend publikumswirksam.

Stärker als es den Verantwortlichen lieb war, ist der Förderverein indes vor gut zehn Jahren in Erscheinung getreten, als die Existenz der Klinik auf der Kippe gestanden hat. Radikale Zentralisierungspläne innerhalb des Klinikverbundes Südwest, vorgeschlagen vom damals beauftragten Gutachterbüro Teamplan, brachten die ganze Raumschaft in Wallung. In bemerkenswerter Einigkeit kämpften damals Bürgerschaft, Politik und die Wirtschaft für den Erhalt des Krankenhauses. Dem Förderverein kam die Rolle zu, vielen Menschen eine Stimme zu geben und letztlich auch den Gesprächsfaden mit der Geschäftsführung des Klinikverbundes nicht abreißen zu lassen.

Die Wogen haben sich zwar geglättet, doch über den meisten kleineren Kliniken, befeuert durch die Krankenhausreform des amtierenden Gesundheitsministers Karl Lauterbach (SPD), schwebt dauerhaft ein Damoklesschwert. Das vor knapp einem Jahr von den Gremien der Landkreise Böblingen und Calw beschlossene Medizinkonzept hat die Strukturen im Klinikverbund geordnet. Im Gegensatz zu Herrenberg steht das Krankenhaus in Leonberg als Klinik der Grundversorgung vergleichsweise stabil da.

Kein Grund zur Entwarnung

Mit der Bauchchirurgie des renommierten Chefarztes Wolfgang Steurer und dem Darmzentrum seiner nicht minder anerkannten Kollegin Barbara John hat Leonberg zwei medizinische Aushängeschilder. In der Unfallchirurgie hat der noch relativ neue Chefarzt Holger Rieske einiges vor. Ein weiterer, wie es neudeutsch heißt, Leuchtturm im gesamten Klinikverbund soll die Altersmedizin werden.

Alles im grünen Bereich also? Keineswegs. Immer wieder wird in Insiderkreisen die Befürchtung laut, das Krankenhaus könnte doch in absehbarer Zeit„downgegradet“ werden. Die Gynäkologie und die hebammengeführte Geburtshilfe sind zwar rund fünf Jahre sicher. Doch es gibt unverändert die Absicht, die Frauenklinik in das noch im Bau befindliche Großkrankenhaus am Böblinger Flugfeld zu integrieren.

Umso wichtiger ist die Arbeit des Fördervereins – sowohl als Fürsprecher für den Klinikstandort, als auch zur kontinuierlichen Qualitätsverbesserung. Jüngst haben die Aktiven um den Vorsitzenden Willi Burger und seinen Stellvertreter Helmut Noë ihre Leistungsbilanz veröffentlicht. Die Finanzierung des Mobiliars der Cafeteria-Terrasse, 31 000 Euro, ist nur ein Beispiel. Der Förderverein hat auch die Anschaffung eines 40 000 Euro teuren Spezialgeräts für die Leberbehandlung und moderne OP-Helme für die Unfallchirurgie ermöglicht. Insgesamt sind in den vergangenen vier Jahren 152 000 Euro in die Qualität des Krankenhauses geflossen.

Ohne den ehrenamtlichen Einsatz einer kleinen aber wirkmächtigen Gruppe wäre all das nicht möglich gewesen. Kein Wunder, dass der erfahrene Michael Baier, Chefarzt der Notfall- und Akutmedizin, sagt, einen Förderverein, der „so“ arbeitet, habe er noch nie erlebt: „Wir sind unendlich dankbar.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.