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Die Familie der französischen Rocklegende Johnny Hallyday kommt nicht zur Ruhe. Tochter Laura Smet hat versucht, sich das Leben zu nehmen.

Paris - Laura Smet Hallyday gilt in Frankreich als erfolgreiche Schauspielerin. Zuletzt stand die 26-Jährige allerdings mitten in der Schusslinie: Sie ist befreundet mit dem Bruder des Chirurgen Stéphane Delajoux, der vom Hallyday-Clan beschuldigt wird, das Familienoberhaupt Johnny (66) dilettantisch operiert und in Lebensgefahr gebracht zu haben. Freunde mutmaßen: Dem ungeheuren Druck hielt die sensible Laura nicht mehr stand.

Der Zeitung "Le Parisien" zufolge hat sich Laura Smet am Montag im neuen Szene-Restaurant La Sociéte, nicht weit von ihrer Wohnung im VI. Arrondissement, zum Mittagessen verabredet. Wenig später, praktisch in aller Öffentlichkeit, geschieht das Unfassbare: In der Kirche Saint-Germain-des-Prés, einem der ältesten Gotteshäuser mitten in Paris, schluckt die junge Frau einen giftigen Cocktail aus Tabletten und Alkohol und verliert das Bewusstsein. Das Grab des großen Descartes ist nicht weit. Direkt gegenüber liegt das berühmten Intellektuellen-Café Les Deux Magots, in dem Jean-Paul Sartre, Simone de Beauvoir und Albert Camus Stammgäste waren. Zum Glück wird Laura Smet rechtzeitig entdeckt. Inzwischen ist auch ihr Freund Julien Delajoux zur Stelle.

Der alarmiert die Feuerwehr, die bringt die Bewusstlose ins Militärkrankenhaus Val-de-Grâce. Hallydays Anwälte und Agenten sind bemüht, den Vorfall herunterzuspielen und sprechen von einem Schwächeanfall. Die Rettungssanitäter bestätigen hingegen ausdrücklich die Version des versuchten Suizids.

Es wäre nicht das erste Mal, dass die als zerbrechlich geltende Schauspielerin mit den Nerven am Ende war. 2007, nach der spektakulären Trennung von dem Star-Schriftsteller Frédéric Beigbeder, musste sich die fragile Hallyday-Tochter schon einmal entgiften lassen. Damals hatte sie eine gefährliche Mischung aus Alkohol und Antidepressiva geschluckt.

Laura Smet kam 1983 als Tochter von Johnny Hallyday (bürgerlich Jean-Philippe Smet) und der Schauspielerin Nathalie Baye auf die Welt. Im Pariser Vorort Neuilly wuchs sie auf in der Welt der Künstler und Stars, der Schönen und Reichen. Mit 21 dreht sie ihren ersten Film, zwei Jahre später feiert das kinoverrückte Frankreich die Jung-Schauspielerin als "Entdeckung des Jahres". Sie erhält den Romy-Schneider-Preis und dreht mit Claude Chabrol.

Seit Sommer 2009 ist sie mit Julien Delajoux liiert. Dessen Bruder Stéphane zählt seit jeher zu den schillernden Figuren des Pariser Jet-Sets. Der Promi-Chirurg operierte Stars wie Charlotte Gainsbourg, Marie Trintignant und eben auch Johnny Hallyday. Seit dem scheinbar misslungenen Bandscheibeneingriff im November unternimmt der erboste Hallyday-Clan alles, um Doktor Delajoux als unfähigen und skrupellosen Scharlatan abzustempeln. Eines Abends wurde er sogar in Paris von vermummten Schlägern krankenhausreif geprügelt.

Mittlerweile hat der Hallyday-Clan Spezialisten eingeschaltet, die dem Mediziner einen folgenschweren Kunstfehler nachweisen sollen. Es wird immer deutlicher, dass es in dem erbittert geführten Streit um sehr viel Geld geht. Weil Frankreichs Rock-Idol inzwischen die restlichen 24 Konzerte seiner Tour 66 absagen musste, hofft sein Management die Einnahme-Verluste von bis zu 30 Millionen Euro auf den umstrittenen Chirurgen abwälzen zu können.

Laura Smet Hallyday äußerte sich unmittelbar vor dem Suizidversuch in einem Zeitungsinterview zu dem Fall: "Ich bin überhaupt nicht hin- und hergerissen", sagte sie. "Ich liebe meinen Vater."

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