Die Verteidigungsministerin Kramp Karrenbauer verfolge eine „Null-Toleranz-Linie“, was rechtsextreme Umtriebe angehe, so das Verteidigungsministerium. Foto: dpa/Tobias Koch

Laut einem Medienbericht des ARD-Magazins „Panorama“ pflegt der Leiter des Social-Media-Teams der Bundeswehr Kontakte zu rechtsextremen Gruppen wie der Identitären Bewegung. Das Verteidigungsministerium prüft die Vorgänge.

Berlin - Der Leiter der Social-Media-Abteilung der Bundeswehr, Marcel B., zeigt einem Bericht zufolge öffentlich Sympathien für einen mutmaßlichen Rechtsradikalen. B. sei im Foto-Netzwerk Instagram seit Jahren mit einem Anhänger der rechtsextremen Identitären Bewegung vernetzt, berichtete das ARD-Magazin „Panorama“ am Donnerstag. Einschlägige Beiträge dieses Kontakts kommentiere B. mit „gefällt mir“.

Der Oberstleutnant B. ist den Angaben zufolge für die Online-Kampagnen der Bundeswehr verantwortlich, die zur Nachwuchsgewinnung eingesetzt werden. Zudem habe er federführend an der Erstellung des Social-Media-Regelwerks der Bundeswehr mitgewirkt.

Das Verteidigungsministerium teilte „Panorama“ mit, die Vorwürfe gegen B. würden „umgehend und sorgfältig“ geprüft. Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) verfolge eine „absolute Null-Toleranz-Linie, insbesondere was rechte Tendenzen angeht“. Verstöße würden nicht geduldet.

Der FDP-Innenexperte Benjamin Strasser sagte dem Magazin, B. sei in seiner jetzigen Position bei der Bundeswehr „untragbar“. Er könne sich auch nicht „auf ein Versehen oder auf Unwissenheit herausreden“.

Dem Oberstleutnant gefallen dem „Panorama“-Bericht zufolge auch Beiträge seines rechtsradikalen Kontaktes „incredible bramborska“, in denen dieser Bücher des Verlegers Götz Kubitschek bewirbt. Kubitschek gilt als ein Chefideologe der sogenannten Neuen Rechten.

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