Russland hat offenbar einigen EU-Politikern die Einreise verweigert. Foto: RIA NOVOSTI POOL

Wie die "Bild"-Zeitung und die Onlineausgabe der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" berichten sind zahlreiche EU-Politiker vom Einreiseverbot in Russland betroffen.

Berlin/Moskau - Nach dem langfristigen Einreiseverbot Russlands für den CDU-Außenpolitiker Karl-Georg Wellmann sind dutzende weitere Politiker betroffen. Dies berichteten die "Bild"-Zeitung und die Onlineausgabe der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Auf einer russischen Liste mit Einreiseverboten, die "faz.net" vorlag, finden sich demnach 89 Europäer, darunter auch acht Deutsche. Sie wurde demnach an mehrere Botschaften europäischer Länder übermittelt.

Laut "Faz.net" stehen neben Wellmann auf der Liste: der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Michael Fuchs, die Grünen-Europapolitiker Rebecca Harms und Daniel Cohn-Bendit, der CSU-Politiker Bernd Posselt, die Staatssekretärin im Verteidigungsministerium, Katrin Suder sowie der Generalsekretär des EU-Ministerrats, Uwe Corsepius und der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Karl Müllner.

CDU-Politiker Fuchs sagte der "Bild"-Zeitung: "Es verwundert mich, auf dieser Liste zu stehen. Es ist nicht korrekt, wenn Russland Politiker aussperrt, die nur ihre Meinung sagen." Fuchs hatte mehrmals die Sanktionen gegen Russland begrüßt. Daniel Cohn-Bendit sagte der Zeitung: "Es ehrt mich, wenn mich ein totalitäres System wie Russland als Feind des Totalitarismus brandmarkt." Grünen-Politikerin Harms sagte, Russland räche sich jetzt für die EU-Einreisverbote.

Das Einreiseverbot Russlands für Wellmann hatte zu diplomatischer Verstimmung zwischen Berlin und Moskau geführt. Wellmann ist Chef der deutsch-ukrainischen Parlamentariergruppe.

Auf einer EU-Sanktionsliste im Zusammenhang mit der Krim- und der Ukraine-Krise stehen vor allem russische Unternehmer.

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