Maya Leinenbach ist Influencerin und Unternehmerin. Foto: /Lichtgut/Ferdinando Iannone

Auf der Bühne wirkt Maya Leinenbach fast schüchtern. Ihre Fans lieben die 20-Jährige trotzdem: 3,9 Millionen Menschen folgen ihrem Kanal „Fitgreenmind“ auf Instagram, 1,7 Millionen auf TikTok. Ihre veganen Rezepte kommen auch im Theaterhaus gut an.

Gerade einmal 20 Jahre ist Maya Leinenbach jung, vor kurzem hat sie ihr Abitur gemacht und ihre erste eigene Wohnung in Stuttgart bezogen. Weder ist die Saarländerin außergewöhnlich schlagfertig oder lustig, noch ist ihr Erscheinungsbild besonders auffällig. Trotzdem ist sie Deutschlands erfolgreichste Food-Bloggerin.

 

3,8 Millionen Menschen folgen ihrem Kanal „Fitgreenmind“ auf Instagram, 1,7 Millionen auf TikTok, über eine Million auf YouTube. Mit ihnen teilt Leinenbach fast täglich vegane Rezepte via Insta-Reels, die einfach nachzukochen sind, und sie hat auch schon ein Kochbuch herausgebracht. Nun hat sie ihre erste Life-Tour gestartet, am Samstag ist sie im Theaterhaus in Stuttgart aufgetreten.

Im Laufschritt kommt die sportliche junge Frau auf die Bühne, sie trägt Sneaker und Jeansshorts. Wenn sie die ganzen Menschen hier sehe, sei sie nun doch etwas aufgeregt, sagt sie lächelnd. Tatsächlich ist der Saal gut gefüllt, und das, obwohl die Karten nicht gerade günstig sind. 45 Euro zahlen Leinenbachs Follower, um ihr Koch-Idol mal live zu erleben. Es sind größtenteils umwelt- und gesundheitsbewusste Menschen zwischen 20 und 30, darunter viele junge Frauen, wie Leinenbach selbst. Auch einige jüngere Schülerinnen mit ihren Müttern sind gekommen. Und Maya Leinenbach, weshalb begnügt sie sich nicht mit dem Internet, sondern sucht darüber hinaus die analoge Theaterbühne? „Weil ich euch ganz einfach auch mal kennenlernen will“, sagt sie.

Leinenbachs unverstellte Art zieht die Menschen in ihren Bann

Nun ist es nicht gerade trivial, zu kochen und zugleich auch noch die Leute zu unterhalten. Leinenbach hat sich deshalb Unterstützung geholt, von Lennard Rosar, Moderator, Kabarettist und Comedian. Die beiden ergänzen sich wunderbar: Der 30-jährige Mann mit Vollbart klopft einen Spruch nach dem nächsten. Man erfährt, dass er „Teilzeit-Veganer“ ist, immer wieder animiert er das Publikum, sich einzubringen. Leinenbach wirkt im Vergleich dazu beinahe schüchtern.

Doch es dürfte gerade ihre natürliche, unverstellte Art sein, die die Menschen in ihren Bann zieht. In ihren Videos hat sie stets dieses etwas schiefe Lächeln, ihre jugendliche Freude am Kochen wirkt einfach ansteckend. Wie sie denn Veganerin geworden sei, fragt Rosar, während Leinenbach eine vegane Mayonnaise zusammenrührt. Bei einem Schulprojekt habe sie sich mit dem Einfluss unserer Ernährung auf die Umwelt beschäftigt, sagt sie. Auch sie habe einen kleinen Beitrag für Tierwohl und Umweltschutz leisten wollten. Da sie sowieso kein großer Käse-Fan gewesen sei, sei ihr die Umstellung nicht schwer gefallen, erzählt sie.

Leinenbach räumt mit Vorurteilen zu veganer Küche auf

Und ihre Familie? Die habe gelassen reagiert, schließlich sei schon ihre Schwester zumindest Vegetarierin gewesen, erzählt Leinenbach. Nur die Oma habe weiterhin Speckwürfel für ein Gewürz gehalten.

Schon mit 13 habe sie ein veganes Kochbuch schreiben wollen, erfährt man auf Leinenbachs Homepage. Doch wie sollte sie Leser dafür begeistern? Am einfachsten mit kleinen Videos aus der elterlichen Küche. So kam es, dass Leinenbach allmählich zum Social-Media-Star wurde. Inzwischen hat sie daraus ein Geschäftsmodell gemacht, samt Managerin und eigener GmbH. Bei der Live-Show erzählt sie, dass sie auch schon für ein großes Event von YouTube gebucht wurde und fürs Goethe-Institut gekocht habe.

Während Leinenbach erst Tofu anbrät und dann einen sogenannten Crispy Rice Salad zubereitet, räumt sie en passant noch mit ein paar Vorurteilen zu veganer Küche auf: Vegan schmeckt nicht? Mögt ihr etwa keine Pommes? Und schaut her, kompliziert ist vegane Küche auch nicht!