Max Raabe (hier bei einem Konzert im Januar in Duisburg) ist am Dienstag in Stuttgart aufgetreten. Foto: imago/Funke Foto Services/Martin Möller

Max Raabe und sein Palast Orchester sind Meister alter Schlager. Der Auftritt am Dienstag in der Stuttgarter Liederhalle ist wie immer perfekt inszeniert, klingt aber nach Routine.

So wunderbar hochwertig-filigran Lieder wie „Ich küsse Ihre Hand, Madame“, „Liebling, mein Herz lässt dich grüßen“, „Mein kleiner grüner Kaktus“ oder „Ich wollt’ ich wär ein Huhn“ arrangiert sind, die Max Raabe mit seinem Palast Orchester spielt; so grandios Raabe mit anschmiegsam-weicher Kopfstimme Lieder über Liebe, Leidenschaft und Topfpflanzen vorträgt; so süffisant-stur er zwischen den Stücken die Komponisten und Texter seines Repertoires aufsagt und kuriose Einleitungen erfindet: Ein bisschen hat sich diese Idee, die Schlager der 1920 und 1930 Jahre hübsch aufzupolieren in all den Jahren doch abgenutzt.

 

Der Auftritt am Dienstagabend in Stuttgart im Beethovensaal der Liederhalle fühlt sich nach Routine an. Es stimmt zwar jedes Detail: Raabes lakonische Jokes sind genauso perfekt getimt wie all die kleinen Soloeinlagen seines Palast Orchesters, in dem es neben elf Männern nur für eine Frau Platz hat (natürlich an der Violine). Die Dramaturgie des Abends ist wirkungsvoll komponiert – reicht vom frühlingshaft-enthusiastischen „Veronika, der Lenz ist da“ bis zum putzigen Gutenachtlied „Schlafen geht das kleine Saxofon“. Souverän vermengt die Show mit einem hochwertigen Big-Band-Sound alte Schlager („Ich brech’ die Herzen der stolzesten Frau’n“, „In meiner Badewanne bin ich Kapitän“), Clubjazz („What a Difference a Day Makes“) und Popsongs, die in Zusammenarbeit mit Annette Humpe (die „Babylon Berlin“-Nummer „Ein Tag wie Gold“) oder Peter Plate („Es wird wieder gut“) entstanden sind.

Von „Veronika, der Lenz ist da“ bis „Schlafen geht das kleine Saxofon“

Aber zwischendurch schleicht sich dann doch das Gefühl des Wertkonservativ-Gefälligen ein. Man merkt Max Raabe immer wieder an, dass er einige der Lieder schon seit den 1990er Jahren singt – und manchmal entsteht der Eindruck, dass er selbst inzwischen die Lust an der ein oder anderen Nummer verloren hat.

Max Raabe und das Palast Orchester: Setlist in Stuttgart

Teil 1

  • Hab mich kurz ...
  • Veronika, der Lenz ist da
  • Mein Herz sagt leise ich liebe Dich
  • Ich küsse Ihre Hand, Madame
  • Hummel streicheln
  • Heartaches
  • Wenn ich Liebe brauch’, dann geh’ ich zu Pauline
  • Der Rest ist mir egal
  • What a Difference a Day Makes
  • Fahrrad fahr’n
  • Vivere
  • Bei mir bist du schön
  • In meiner Badewanne bin ich Kapitän
  • Côte d’Azur
  • Das Nachtgespenst
  • Ich tanze mit Dir in den Himmel hinein

Teil 2

  • Ich brech die Herzen der stolzesten Frau’n
  • Ich schlaf am besten neben Dir
  • Du stehst nicht im Adressbuch
  • Du hast mich nie geliebt
  • Glücklich sein
  • Ich wollt’ ich wär ein Huhn
  • Salome
  • Liebling, mein Herz lässt dich grüßen
  • Es wird wieder gut
  • Ein Tag wie Gold
  • Cream in my coffee

Zugaben

  • Der perfekte Moment … wird heut verpennt
  • Mein kleiner grüner Kaktus
  • Schlafen geht das kleine Saxophon