Max Häfner führte Regie und warf gegen den ThSV Eisenach entscheidende Tore für den TVB Stuttgart. Foto: Baumann/Volker Mueller

Max Häfner führt den TVB Stuttgart zum eminent wichtigen Heimsieg gegen den ThSV Eisenach. Nach zwei Bandscheiben-Operationen und einem Kreuzbandriss startet der Spielmacher richtig durch. Sogar bis ins Handball-Nationalteam?

Es hat nicht viel gefehlt, und es hätte gut sein können, dass Max Häfner zum tragischen Held geworden wäre. 45 Sekunden vor Schluss scheiterte der Spielmacher des Handball-Bundesligisten TVB Stuttgart beim Stand von 30:29 mit einem Siebenmeter an Keeper Silvio Heinevetter. Doch Rechtsaußen Jorge Serrano schnappte sich gedankenschnell den Abpraller und versenkte den Ball mit einem Pirouettenwurf zum 31:29 im Tor.

 

Dank an Serrano

Der hätte im Beachhandball zweifach gezählt, doch auch so reichte es am Ende zum eminent wichtigen 31:30-Sieg gegen den ThSV Eisenach – und vor allem Max Häfner war überglücklich: „Ich habe mich nicht nur einmal bei Jorge bedankt“, sagte der 28-Jährige am Montag über den entscheidenden Treffer, an dem auch Co-Trainer Jens Bürkle seinen Anteil hatte: „Die Rebound-Situationen beim Siebenmeter werden von ihm federführend analysiert.“

Dass der TVB die Partie in der Crunch Time überhaupt noch gewinnen konnte, lag vor allem an einem Mann: Max Häfner. Er übernahm vor den 5752 Zuschauern in der Porsche-Arena nach dem 25:27-Rückstand die Verantwortung und warf die letzten drei TVB-Feldtore, insgesamt erzielte er sieben Treffer. „Max hat in bester Führungsspielermanier das Spiel gelenkt und mit seinen Würfen entscheidende, eigene Akzente gesetzt“, lobte ihn Jürgen Schweikardt.

Für den Trainer und Geschäftsführer ist der Rechtshänder ein Spieler mit sehr hohem Handball-IQ: „Er hat das Spiel verstanden und weiß, wann welche Lösungen gefragt sind Neben der klugen Spielsteuerung ist sein starker Wurf seine größte Waffe.

Dass der Rückraumspieler nach seinem am 22. Februar 2024 im Spiel gegen die MT Melsungen erlittenen Kreuzbandriss so schnell wieder auf Top-Niveau kommt, war nicht zu erwarten. Denn erst am 23. Dezember 2024 im Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen hatte er nach zehnmonatiger Pause sein Comeback gefeiert. Davor war Max Häfner schon zweimal länger auf Eis gelegen. 2018 und 2021 musste er sich jeweils nach einem Bandscheibenvorfall operieren lassen. Gedanken an ein Karriereende schwirrten in seinem Kopf herum, wenn auch nur kurz: „Man überlegt schon, ob es noch tragbar ist, aber das verfliegt dann auch schnell wieder.“

Vor seiner schweren Kreuzbandverletzung befand sich Max Häfner sogar auf dem Sprung in die Nationalmannschaft. In einen vorläufigen, erweiterten Kader für die Olympischen Spiele hatte er es schon einmal geschafft. „Das habe ich als schöne Anerkennung empfunden und hat mich sehr gefreut“, erinnert er sich. Ob es auch einmal mal zu Einsätzen reicht, wie für seinen sieben Jahre älteren Bruder und Teamkollegen Kai (154 Länderspiele)? „Sag niemals nie“, sagt Max, der etwas weniger Emotionale der beiden, mit einem Schmunzeln und ergänzt: „Die Kunst ist es einfach, sehr lange auf hohem Niveau konstante Leistungen abzurufen.“

Drei Auswärtsspiele in Serie

Genau das hat er in den kommenden Wochen mit dem TVB vor. Das Programm ist hammerhart: Drei Auswärtsspiele hintereinander bei der HSG Wetzlar (4. April), beim SC Magdeburg (16. April) und in Flensburg (26. April) stehen an, dann kommt der THW Kiel (4. Mai), es geht nach Hamburg (15. Mai), ehe der HC Erlangen (18. Mai) in der Porsche-Arena aufkreuzt. „Der Blick auf den Spielplan zeigt noch einmal die Bedeutung unseres letzten Sieges“, betont Max Häfner, der Matchwinner gegen Eisenach.