Für Wintersportler kommt die Nachricht über die mautfreien Autobahnen bis Kufstein-Süd gerade zur richtigen Zeit. Foto: dpa/Matthias Balk

Freie Fahrt ohne Vignette bis Kufstein-Süd: Für Wintersportler ist das eine gute Nachricht. Auch die Tiroler Gemeinden sind sehr zufrieden mit der Mautbefreiung. Kritik kommt dagegen aus Vorarlberg.

Kufstein/Kiefersfelden - Von Sonntag an können sich Autofahrer auf einigen grenznahen österreichischen Autobahnstrecken die Vignette sparen. Rechtzeitig zum Start der Skisaison tritt auf fünf Abschnitten die in Österreich und Deutschland lange diskutierte Mautbefreiung in Kraft. Die Änderung zugunsten vieler Grenzpendler und Touristen soll den Ausweichverkehr über Landstraßen und durch Orte verringern. Denn viele Autofahrer nutzen auf ihrem Weg nach oder durch Österreich Landstraßen, weil so keine Maut fällig wird.

Zu den wichtigsten, nun mautfreien Abschnitten zählen die Westautobahn (A1) zwischen dem Walserberg und der Anschlussstelle Salzburg Nord und die Inntalautobahn (A12) zwischen Kiefersfelden und Kufstein-Süd. Mit der Neuregelung sei das Verkehrsproblem in und rund um Kufstein nicht mit einem Schlag gelöst, sagte der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter. Es sei aber eine wichtige Maßnahme, um die Verkehrsbelastung zu reduzieren.

„Die Mautfreiheit ist ein gutes Signal für die Beziehungen zwischen Bayern und Tirol. Sie kommt beiden Seiten zugute“, sagte Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU). Die Anwohner beidseits der Grenze würden entlastet, und auch die Winterurlauber profitierten. Für Unstimmigkeiten zwischen Bayern und Tirol hatten zuletzt die Tiroler Lkw-Blockabfertigung und der schleppende Bahnausbau zum künftigen Brenner Basistunnel auf deutscher Seite gesorgt.

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Der Kufsteiner Bürgermeister Martin Krumschnabel sagte, er hoffe, dass sich jetzt vor den Skiwochenenden die Vignettenfreiheit bis Kufstein-Süd rasch herumspreche.Auch Gemeinden auf deutscher Seite litten zuletzt unter dem Ausweichverkehr. Der Bürgermeister von Kiefersfelden, Hajo Gruber, hofft mit der Neuregelung auf ein „Mehr an Lebensqualität“. „Der Ausweichverkehr und das massive Verkehrschaos – vor allem im Winter – waren in den vergangenen Jahren ein stets dominierendes Thema“, sagte Gruber. Mit der Vignettenbefreiung kehre für die Einwohner aus Kiefersfelden wieder Normalität ein. Sein Kollege jenseits der Grenze, der Niederndorfer Bürgermeister Christian Ritzer, sprach von einem „verfrühten Weihnachtsgeschenk“ für die ganze Grenzregion. Auch der Bürgermeister von Ebbs, Josef Ritzer, geht davon aus, dass die Belastung sinken wird. „Hartnäckigkeit und Ausdauer haben sich bezahlt gemacht.“

Viele Gemeinden sehen Mautbefreiung kritisch

Neben der Inntalautobahn A12 bei Kufstein und der Westautobahn A1 bei Salzburg wird auch die Rheintal/Walgau-Autobahn A14von Hörbranz bis Hohenems in Vorarlberg, die Linzer Autobahn A26 sowie die noch zu bauende Bypassbrücke zwischen Hafenstraße und Urfahr auf der Mühlkreisautobahn A7 mautfrei.

Mehrere Gemeinden in Vorarlberg sehen die Mautbefreiung weitaus kritischer als die Tiroler. Sie fürchten eine noch höhere Verkehrsbelastung durch die Mautbefreiung und wollen dagegen vor den Verfassungsgerichtshof in Wien ziehen.

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