Mathias Richling bezieht eindeutig Stellung gegen Stuttgart 21 Foto: SWR/Jürgen Haas

 Der Kabarettist Mathias Richling glaubt, dass Bürgerproteste wie gegen das Projekt Stuttgart 21 oder gegen die Atomkraft langfristig die Politik verändern werden.

Stuttgart - Der Kabarettist Mathias Richling glaubt, dass Bürgerproteste wie gegen das Projekt Stuttgart 21 oder gegen die Atomkraft langfristig die Politik verändern werden. „Wenn sie merkt, dass die Stimmung umschlägt, dann macht sie – wie nach Fukushima – eine andere Politik“, sagte er im Gespräch mit den „Stuttgarter Nachrichten“.

Die Bürger bemerkten auf diese Art und Weise, dass ihr Engagement etwas bewirken könne. „Ich glaube, dass es einen Moralwechsel geben wird, weil den Politikern in Zukunft weniger durchgehen wird. Aufgrund der neuen Informationsmöglichkeiten können die Dinge nicht mehr so leicht unter den Tisch gekehrt werden“, so Richling. Es werde ein neues Bewusstsein für öffentliche Themen entstehen, weil viele Menschen gemerkt hätten, dass sie sich besser informieren und dadurch besser wehren könnten.

Stuttgart 21: Andauernd werden Pannen aufgedeckt

„Die Politiker werden zu einer neuen Moral gezwungen werden. Bisher bedeutet Moral ja eher: Wie viel darf ich zugeben, ohne Schaden zu nehmen? So läuft das nicht mehr, wenn alles aufgedeckt wird“, sagte Richling.

Stellung bezogen hat Richling erneut gegen das Projekt Stuttgart 21: "Ich finde es unglaublich, was  passiert. Andauernd werden die Pannen des Großprojekts aufgedeckt. Egal, ob Kostensteigerung, fehlender Brandschutz, gefährliche Bahnsteige. Die Leute, die S 21 betreiben, machen ungerührt weiter, der gesunde Menschenverstand spielt überhaupt keine Rolle mehr. Wozu braucht eine Stadt wie Stuttgart ein Bahnhofsprojekt, das zehnmal so teuer ist wie der neue Ber­liner Bahnhof? Ein Projekt, für das man 60 Kilometer Tunnel graben muss, ein Eingriff, der die ganze Stadt verändert. Das zeugt von einer unfassbaren Hybris der Verantwortlichen."

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