Knapp 60 Standplätze gibt es auf dem Schorndorfer Wochenmarkt. Um die Attraktivität zu erhalten, wurde unter anderem ein Angebotsmix festgelegt. Foto:  

Eine neue Satzung, aber auch Dinge wie ein Bringservice, eine Plastikfrei-Initiative und Aktionen soll die Attraktivität des Schorndorfer Wochenmarkts erhalten. Auch in Waiblingen wird viel für den Markt getan.

Schorndorf/Waiblingen - Wer Schorndorf von seiner schönsten Seite erleben möchte, der sollte samstags während des Wochenmarkts in die Daimlerstadt kommen. Wenn Stände mit Blumen, Obst und Gemüse den Marktplatz zieren, wenn sich die Stadt zum Einkaufen und Schwätzen trifft, die Fachwerkkulisse ihren ganzen Charme entfalten kann.

Täuschen lassen sollte man sich von der Idylle allerdings nicht: Ein Selbstläufer ist der Schorndorfer Markt mit seinen knapp 60 Standplätzen schon länger nicht mehr. Immer wieder muss Oberbürgermeister Matthias Klopfer Beschicker verabschieden, die nach 20, nach 30 oder gar 40 Jahren ihren Stand aus Altersgründen aufgeben. Eine Warteliste für die frei werdenden Plätze gibt es mangels Bewerbern nicht. „Der Markt steht aber gut da, er ist bei Beschickern beliebt. Deswegen wollen wir jetzt Gestaltungsmöglichkeiten schaffen, damit wir rechtzeitig reagieren können“, sagt Lars Scheel vom Fachbereich Wirtschaftsförderung.

Neue Marktordnung soll Gestaltungsmöglichkeit schaffen

Konkret sieht das so aus, dass in der jüngst vom Gemeinderat verabschiedeten und zusammen mit den Beschickern überarbeiteten Marktordnung ein gewisser Angebotsmix sowie eine Bewertungsmatrix festgelegt wurden, die bei der Standvergabe zum Einsatz kommen sollen. Damit soll unter anderem verhindert werden, dass irgendwann nur noch Blumenstände auf dem Marktplatz zu finden sind und die örtlichen Floristen unter dem Überangebot zu leiden haben.

Zudem wurde über die Gebührenordnung ein Anreizsystem geschaffen, das Beschicker motivieren soll, zum umsatzschwächeren Wochenmarkt am Dienstag nach Schorndorf zu kommen. Und es gibt eine Jahreszulassung samt im voraus zu bezahlender Gebühr und keine Handkasse mehr. „Je häufiger man kommt, desto günstiger wird es“, fasst Lars Scheel zusammen.

Bringservice, Plastikfrei-Initiative und saisonale Aktionen

Zudem soll der Markt durch weitere Maßnahmen aufgewertet werden. Im vergangenen Jahr wurde ein Bringservice durch eine Schülerfirma getestet. Er wurde wegen des Coronavirus’ ausgesetzt, soll aber im kommenden Jahr wieder aufgenommen werden. Wegen der Pandemie konnte auch die „Plastikfrei“-Initiative auf dem Wochenmarkt nicht umgesetzt werden: „Im Rathaus stapeln sich die Kartons mit Säckchen und Jutetaschen, auf denen wir unser Logo gedruckt haben“, sagt Lars Scheel. Er berichtet zudem, dass auf zwei Treffen mit rund 30 Beschickern Aktionen auf dem Markt geplant worden seien – jahreszeitlich passend etwa zum Thema Spargel oder Kürbis. Diese Reihe von Aktionen sollte ebenfalls dieses Jahr beginnen und noch mal eine andere Zielgruppe ansprechen.

Auch auf dem Waiblinger Wochenmarkt konnten wegen des Coronavirus nicht alle neuen Ideen umgesetzt werden. Dort wird seit etwa anderthalb Jahren daran gearbeitet, den Markt zu beleben. „Es ist gelungen, die meisten Lücken zu schließen“, sagt die Marktmanagerin Jeannine Böhmler. Ihr Ziel war es vor allem, die Vielfalt zu vergrößern, dies sei durch umfangreiche Recherche nach potenziellen Beschickern gelungen: Ein Fischhändler, ein Stand mit Gewürzen oder französischen Backwaren sorgen für eine größere Bandbreite. In einer neuen Broschüre werden alle Beschicker vorgestellt.

Kochshows und Hofführungen in Waiblingen

Im vorigen Herbst startete zudem eine Reihe an Live-Kochshows auf dem Wochenmarkt mit dem Waiblinger Sternekoch Bernd Bachofer. Drei Termine waren für diesen Sommer angesetzt: „Wir werden zwei Shows drehen und über die sozialen Medien verbreiten“, erzählt Jeannine Böhmler. Neu im Angebot sind Hofführungen in den Betrieben einiger Beschicker. Zwei Termine mussten coronabedingt abgesagt werden, aber zwei Führungen im Herbst sollen stattfinden. Die Managerin ist zufrieden, hat aber noch Pläne: „Ich würde gerne mal einen Feierabendmarkt in der Woche ausprobieren.“

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