Besonders Kinder sollen künftig im Museum mit Carlotta ihren Spaß haben. Foto: Daimler AG

Zwei Maskottchen sollen künftig das Stuttgarter Mercedes-Benz-Museum repräsentieren. Das Unternehmen will damit vor allem Familien ansprechen. Die offizielle Vorstellung ist Anfang Oktober mit einem landesweiten Maskottchentreffen geplant.

Stuttgart - Das Mercedes-Benz-Museum in Bad Cannstatt ist seit seiner Eröffnung 2006 das mit Abstand meistbesuchte Museum der Landeshauptstadt. Es fehlt dem markanten Gebäude nicht an Technik, an internationalen Gästen oder an überregionalem Ruf. Doch eines hat das Aushängeschild des Unternehmens bisher nicht: ein Maskottchen, das dem Haus besonders zu Marketingzwecken ein Gesicht verleiht. Das wird sich nun ändern. Und zwar gleich in doppelter Hinsicht.

Am 3. Oktober will das Museum im großen Saal offiziell Carlchen und Carlotta vorstellen. Carlotta als Hauptfigur zeigt sich als Ebenbild des Museums und ihr Partner Carlchen als Auto, beide mit Gesicht und menschlichen Zügen. Beide sollen künftig Werbematerialien und Printmedien zieren sowie als Merchandisingartikel erhältlich sein. Carlotta wird zusätzlich auch als große Figur durchs Museum gehen und das Haus bei Veranstaltungen repräsentieren. Besonders Familien sollen sich angesprochen fühlen. „Unsere Idee war es, Identifikationsfiguren für Kinder und Erwachsene zu schaffen. Als Mutter von zwei Kindern weiß ich, wie positiv die Wirkung animierter Figuren ist. Das Ergebnis ist ein sympathisches Duo“, sagt Museumsleiterin Monja Büdke.

Entworfen hat beide Figuren das Stuttgarter Designstudio Studiokurbos – zunächst als zweidimensionale Grafiken und später als dreidimensionale Digitalmodelle. Sie sollen das Museum und seine Inhalte widerspiegeln. Kein Zufall sind dementsprechend auch die Namen. Sie spielen mit dem englischen Begriff „car“ für Auto sowie dem Vornamen von Carl Benz. Besonders Carlotta sei keine leichte Aufgabe gewesen, sagt Dennis Moser von Studiokurbos: „Die größte Herausforderung für uns als Designer war, aus einer Ikone wie dem Mercedes-Benz Museum einen Charakter wie Carlotta zu entwickeln. Wir haben uns der Aufgabe gestellt, ein Gebäude lebendig werden zu lassen und dabei der Marke gerecht zu werden.“ Nun sei man gespannt auf die Reaktionen der Besucher.

Figur kommt aus Ostfildern

Aus den digitalen Entwürfen hat Skulpteur Jörg Steegmüller in seinem Atelier in Ostfildern Carlotta als reale Figur zum Leben erweckt. Steegmüller baut bundes- und weltweit Filmkulissen oder animierte Figuren für Freizeitparks und gilt in der Branche als einer der führenden Köpfe. Auch in der Welt der Maskottchen mischt er seit längerem mit. So sind unter anderem die Euro-Maus des Europaparks, VfB-Maskottchen Fritzle oder das Hoffenheimer Pendant Hoffi seinem Atelier entsprungen.

Mit Carlotta ist er sehr zufrieden. „Bei Maskottchen kann man viel falsch machen“, erzählt er. Das gilt nicht nur für die Dimensionen, denn die Figur muss so gestaltet sein, dass ein Mensch problemlos hineinschlüpfen, das Gewicht tragen und auch noch durch eine Tür gehen kann. Außerdem sollte sie nicht zu groß sein, damit sie Kindern keine Angst einflößt. Genauso wichtig ist aber der Ausdruck. „Der Blick ist das Wichtigste“, sagt Steegmüller. Der müsse offen und freundlich sein. Er müsse auf den ersten Eindruck funktionieren, aber auch noch, wenn man die Figur länger betrachtet. Im Idealfall bleibe einem das Gesicht in positiver Hinsicht im Kopf hängen. Das sieht er bei seiner neusten Schöpfung als erfüllt an: „Ich stehe total dahinter und kann es kaum erwarten, bis Carlotta zum ersten Mal in der Öffentlichkeit auftritt.“

20 Maskottchen treffen sich

Die Präsentation Anfang Oktober soll recht pompös ausfallen für die Vorstellung zweier Maskottchen. Das Museum plant eine Veranstaltung mit drei Shows. Mit von der Partie sein sollen rund 20 Maskottchen von Einrichtungen und Vereinen aus ganz Baden-Württemberg sowie das Improvisationstheater Stuttgart. Karten sollen zehn Euro kosten, Kinder und Jugendliche bis 15 Jahren gratis die Aufführungen besuchen können. Die Tickets wird es demnächst im Vorverkauf online auf der Seite des Museums geben.

Die Erwartungen des Museums besonders an Carlotta sind hoch. Ihr künftiges Wirkungsfeld ist klar umrissen: „Gekonnt das Haus repräsentieren“, „mit Charme überzeugen“, „für Spaß und Unterhaltung sorgen“ oder „spielerisch zur Interaktion einladen“ heißt es im Anforderungskatalog für die neue Mitarbeiterin. Und – vermutlich besonders anstrengend – „jederzeit als Foto- und Selfie-Motiv zur Verfügung stehen“. Kurzum: Es kommt einiges zu auf die neuen Gesichter des Hauses.

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