Betrug an der Haustür: In Leonberg ruft die Stadtverwaltung zur Vorsicht auf, wenn es klingelt. Foto: Imago/Lobeca

Die Stadtverwaltung warnt vor einer Betrugsmasche, die derzeit grassiert: Vermeintliche Mitarbeitende der Verwaltung klingeln bei älteren Menschen. Sie haben nichts Gutes im Sinn.

Die Stadtverwaltung Leonberg warnt die Bürgerinnen und Bürger eindringlich vor einer derzeit vermehrt auftretenden Betrugsmasche im Stadtgebiet. Nach aktuellen Hinweisen klingeln demnach unbekannte Personen an Haustüren und geben sich fälschlicherweise als Mitarbeitende der Stadtverwaltung aus.

 

Vorwand der Betrüger: Neue Energieverträge, technische Überprüfungen

Unter dem Vorwand, neue Energieverträge abzuschließen, technische Überprüfungen vorzunehmen oder angebliche Sonderangebote zu erläutern, versuchen sie, sich Zutritt zu Wohnungen zu verschaffen oder persönliche Daten zu erlangen. Die Betrüger arbeiten oft in Teams und suchen gezielt ältere oder alleinlebende Personen auf.

Die Stadtverwaltung betont daher: Mitarbeitende der Stadtwerke kündigten Hausbesuche grundsätzlich vorher an. Überraschende Besuche ohne Termin fänden nicht statt. Echte Mitarbeitende würden sich immer mit einem offiziellen Dienstausweis ausweisen. Im Zweifel solle die Echtheit des Ausweises telefonisch bei der Stadtverwaltung überprüft werden. An der Haustür sollten keine persönlichen Daten preisgegeben werden – insbesondere keine Kundennummern, Bankverbindungen oder Vertragsunterlagen.

Hinweise auf Betrüger an die Verwaltung oder direkt an die Polizei

Die klare Ansage der Stadtverwaltung: „Lassen Sie niemanden ohne eindeutige Legitimation in Ihre Wohnung.“ Wer einen solch unseriösen Besuch erhalte oder bereits Kontakt zu angeblichen Mitarbeitenden der Stadtverwaltung gehabt habe, werde gebeten, sofort die Polizei zu informieren. „Auch Hinweise an das städtische Ordnungsamt helfen dabei, die Vorfälle zu dokumentieren und mögliche Täterkreise schneller zu identifizieren.“

Den Hinweisen der Stadtverwaltung könne sich die Polizei nur anschließen, wie Victoria Zahler, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Ludwigsburg, auf Nachfrage unserer Zeitung sagt. Bei der Polizei seien in jüngster Vergangenheit zwei Fälle aus Leonberg aufgeschlagen. „Beide Male haben sich die mutmaßlichen Täter als Mitarbeiter der Stadtwerke ausgegeben“, so Zahler. Im Nachgang sei den Leuten das aber komisch vorgekommen, die Fälle vom 1. und 2. Dezember seien ohne Folgen geblieben.

Rat der Polizei: Am besten einfach die Tür zulassen

Zahler ergänzt: „Auch wenn die vermeintlichen Stadtwerke-Mitarbeiter einen Ausweis vorlegen, muss das noch lange nicht stimmen.“ Am besten sei, schlicht und einfach die Tür zuzulassen – und sich gegebenenfalls an die Polizei zu wenden.

Nicht nur in Leonberg, auch in den gesamten Landkreisen Böblingen und Ludwigsburg machen dreiste Betrüger dieser Tage Beute. In Hemmingen zum Beispiel wurde eine Seniorin um einen vierstelligen Geldbetrag gebracht. Zuvor war sie von einer vermeintlichen Bankmitarbeiterin telefonisch kontaktiert worden.