Gut besuchtes Konzert am Palmsonntag Foto: Stefanie Schlecht

Das Consortium Instrumentale weiß unter der Leitung von Daniel Tepper beim Passionskonzert in der Sindelfinger Martinskirche zu überzeugen.

Musik von Johann Sebastian Bach und Giovanni Battista Pergolesi stand auf dem Programm beim Passionskonzert in der Martinskirche. Das Consortium Instrumentale spielte auf Barockinstrumenten unter der inspirierenden Leitung von Bezirkskantor Daniel Tepper. Es zeigte sich, dass die beiden Komponisten trotz ihrer Unterschiedlichkeit gut zusammenpassen.

 

Zunächst erklang die bekannte Kantate „Ich will den Kreuzstab gerne tragen“ BWV 56 von Johann Sebastian Bach, bei der Daniel Tepper zusammen mit dem versierten Gesangssolisten Maximilian Krummen (Bariton) und dem Consortium Instrumentale die harmonischen Feinheiten und kunstvollen thematischen Verbindungen der Partitur gut herausarbeitete. Bei der Arie „Ich stehe fertig und bereit, das Erbe meiner Seligkeit“ zeigte Maximilian Krummen außerdem einen erstaunlichen gesanglichen Klangfarbenreichtum. Beim abschließenden Choral „Komm, o Tod, du Schlafes Bruder“ wurde er von Christine Reber (Sopran) und Julia Werner (Alt) eindringlich begleitet. Die Cantus-firmus-Strukturen dieser Kantate betonten Tepper und das Ensemble ausgesprochen einfühlsam. Man begriff, dass hier Kraftströme zusammenflossen, die aus den Ursprüngen der vokalen Polyphonie stammen.

Pergolesi bereits mit 26 Jahren verstorben

Eine visionäre Bildkraft fehlte ebenfalls nicht, die sich dann magisch auf Giovanni Battista Pergolesis Passionsmusik „Stabat Mater“ übertrug, bei dem die beiden Gesangssolistinnen Christine Reber und Julia Werner sich gut ergänzten. Die Arienform erinnerte hier immer wieder an das volkstümliche Siziliano. Das Werk besaß auch in dieser ausgereiften Wiedergabe eine Tiefe, die einen starken Eindruck hinterließ. Man kann kaum glauben, dass Pergolesi bereits mit 26 Jahren in einem Kloster bei Neapel starb, ohne etwas von seinem späteren Erfolg zu ahnen. Das „Stabat Mater“ entstand im Jahre 1736, wenige Wochen vor seinem Tod.

Frische und Grazie zeichnete diese lebendige Wiedergabe aus, wobei die beiden Gesangssolistinnen stets in das Orchesterbett eingebunden wurden. Der Zauber der Neapolitanischen Schule entfaltete sich so wie von selbst. Und auch der galante Stil kam bei dieser dezenten Wiedergabe zu seinem Recht. So beeindruckte beispielsweise nicht nur das Sopransolo „Cujus animam gementem“ in c-Moll, sondern auch das Largo-Altsolo in g-Moll „Fac ut portem Christi mortem“ die Zuhörer. Richard Wagner hatte bei diesem Werk übrigens Parallelen zu Händel und Mozart entdeckt, was auch Tepper bei seiner Interpretation nicht verleugnete.

Nebeneinanderstellen der Klangebenen gerät nie aus dem Gleichgewicht

Zum Abschluss erklang noch die Kantate „Der Friede sei mit dir“ BWV 158 von Johann Sebastian Bach, bei der der markante Bariton Maximilian Krummen wiederum führend war. Auch hier faszinierte immer wieder die Nebeneinanderstellung gleichmäßiger Klangebenen, die nie aus dem Gleichgewicht gerieten. Christine Reber und Julia Werner ergänzten diese Sequenzen eindrucksvoll beim Choral. Der streng durchgeführten Stimmigkeit des Satzes wurde das Ensemble unter Tepper in mehrfacher Hinsicht gerecht. Intervallveränderungen und kontrapunktische Finessen besaßen fast magischen Zauber. Der Reiz der Da-capo-Arie mit der Ritornell-Einleitung ging so nie verloren. Schöpferische Klarheit und Leuchtkraft förderte dabei den Stimmenfluss in ungewöhnlicher Weise. Die vierteilige Harmonisierung des Chors wurde hier wirkungsvoll auf die drei Gesangsstimmen aufgeteilt.

So wurde der Palmsonntag mit diesem Konzert gebührend gewürdigt, das gut besucht war. Man spürte eine deutliche Aufbruchstimmung zugunsten der Kultur.