Martinimarkt auf dem Marienplatz: heißer Glühwein und Kaffee gegen die Kälte, leckerer Käse gegen den Hunger. Foto: Wenke Boehm

Beim Martinimarkt auf dem Marienplatz hat es auch schon viel Weihnachtliches gegeben. Rund 30 Aussteller boten um die wette Käse, Weihnachtsdekorationen, warme Wolldecken, Blumengebinde, Handwerkliches, Schmuck und natürlich Essen feil.

S-Süd - Mit geschlossenen Augen atmet Marion Weber den Duft des beigen Stücks Seife ein. „Hmmm, riecht gut“, sagte sie – halb zu sich selbst und halb zum Verkäufer. „Sandelholz“, antwortet der. „Ist noch relativ frisch. Die können Sie auch noch 14 Tage liegen lassen.“ Es dauert nicht lange, dann trägt die 49-Jährige die duftende Seife heim. Beim Martinimarkt auf dem Marienplatz sind sich am Wochenende viele Menschen blitzschnell handelseinig.

Rund 30 Aussteller boten um die Wette Käse, Weihnachtsdekorationen, warme Wolldecken, Blumengebinde, Handwerkliches, Schmuck und natürlich Essen feil. Mittendrin standen die Teenager von der Mobilen Jugendarbeit Möhringen und froren für einen guten Zweck. Sie sammelten Geld für Straßenkinder in Kenia.

Spendensammlung für Straßenkinder aus Kenia

Auslöser war ein Austausch mit einem kenianischen Jugendarbeiter. Er hat den Möhringer Kindern und Erziehern einiges beigebracht und auch kenianisch für sie gekocht. „Wir wollten etwas zurückgeben“, sagte der Teamleiter Jonas Puhm. Acht Teenager verkauften an diesem Tag unter seiner Aufsicht Schmuck aus Afrika und gingen mit der Spendenbox herum. Einer der Jugendlichen sagte: „Es ist schon sehr kalt. Aber es bringt ja auch was.“

Der Markt fand überhaupt erst zum zweiten Mal statt – und erstmals an beiden Wochenendtagen. Nach dem großen Interesse im Vorjahr wollte der Handelsverbands HGDV Süd diesmal noch eine Schippe drauflegen. „Es sind deutlich mehr Anbieter geworden“, sagte der Vize-Vorsitzende Hagen Müller. Die Besucher trudelten am Samstagsmorgen zwar zunächst etwas verhalten ein, doch mittags füllte es sich dann.

„In diesem Jahr geht es Schlag auf Schlag“

„Wir wollen gemeinsam Werbung machen, damit die Leute hier in die Läden kommen und nicht nur im Internet kaufen“, sagte der Organisator Michael Helmstädter. Sonntag war dann auch verkaufsoffen, sodass die Besucher die Geschäfte gleich durchstöbern konnten.

Nach dem Martinimarkt ist übrigens zugleich schon vor dem Adventszauber. „In diesem Jahr geht es Schlag auf Schlag“, sagte der HGDV-Vorsitzende Andreas Bloy lachend. Am 30. November, also in rund zwei Wochen, geht es los. Und diesmal ist eine volle Woche auf dem Marienplatz geplant – mit kulturellem Begleitprogramm. Das Angebot an den Verkaufsständen wird dann noch weihnachtlicher sein, verspricht Bloy. Ideen für Geschenke ließen sich aber auch am Wochenende schon finden. Falls das überhaupt auf der Agenda stand. Marion Weber etwa hatte beim Seifenkauf eher an sich gedacht: „Ich gönne mir gern mal etwas selbst.“

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