Ein Blickfang beim Stuttgarter Golfclub Solitude: Profispieler Martin Kaymer. Foto: Baumann

In diesem Jahr wartet Deutschlands bester Golfer Martin Kaymer noch auf einen Sieg – bei den Olympischen Spielen im nächsten Jahr peilt er dennoch die Goldmedaille an.

Mönsheim - Ein Kamerateam, drei Fotografen und viele Menschen mit Handys. Alle haben denselben Mann im Fokus: Golfprofi Martin Kaymer. Der steigt für ein Filmchen einige Male hintereinander aus einem Auto, schlägt für die Fotos ein paar Bälle und unterschreibt für die Fans Autogrammkarten, Mützen sowie Bälle. Das soll Aufmerksamkeit bringen, für seinen Sponsor, aber auch für seinen Sport.

Deshalb ist Deutschlands bester Golfspieler am Montag zu Gast beim Stuttgarter Golfclub Solitude in Mönsheim, im Rahmen des Weltfinales der Mercedes Trophy. 31 Länder-Teams aus je drei Spielern kämpfen noch bis einschließlich Dienstag um den Turniersieg. Kaymer, Markenbotschafter des Automobilkonzerns, ist das Gesicht des Turniers und ein willkommener Tippgeber für die Amateurspieler, mit denen er gemeinsam das erste Loch absolviert. „Aufmerksamkeit ist für unseren Sport sehr wichtig“, erklärt Kaymer. Denn Golf ist in Deutschland immer noch eine Randsportart.

Dementsprechend wichtig sei auch das kommende Jahr, meint Kaymer. Golf ist ins Programm der Olympischen Spiele aufgenommen worden. In Rio geht’s um Gold. „Es ist extrem wichtig, dass wir dabei sind, denn während der Spiele sprechen die Leute über unseren Sport“,sagt Kaymer. Noch mehr Aufmerksamkeit gäbe es nur, wenn der Sportler aus Mettmann in Nordrhein-Westfalen um die Medaillen mitkämpft. Das ist auch das Ziel von Martin Kaymer. „Ich möchte Gold gewinnen“, sagt er forsch. Silber und Bronze wären toll, aber wenn „die Chance auf den Sieg besteht, will ich sie nutzen. Doch das ist ein langer Weg.“ Einer, der bereits begonnen hat. Noch läuft zwar die aktuelle Golfsaison, aber die Planungen für das nächste Jahr haben schon begonnen. „Wir müssen 2016 wirklich gut organisieren, denn Olympia ist nicht der einzige Höhepunkt.“ Neben den Spielen findet 2016 in den USA zudem der Ryder Cup, der prestigeträchtige Kontinentalvergleich zwischen Amerika und Europa, statt. „Ich war dreimal dabei, und wir haben jedes Mal gewonnen“, erzählt Kaymer. Auch beim nächsten Duell will er wieder den Schläger schwingen. Mit Erfolg natürlich. „Der Ryder Cup und Olympia sind zwei dicke Turniere mit großen Möglichkeiten“, sagt Kaymer. Der 30-Jährige will sie nutzen. Für seine Sportart.

Kaymer hoff, dass der Ryder Cup nach Deutschland kommt

Für die war er in den vergangenen Wochen viel unterwegs, mit anderen Sportlern, Politikern und Golf-Funktionären. Deutschland bewirbt sich mit dem A-Rosa-Resort am Scharmützelsee in Bad Saarow (Brandenburg) um den Ryder Cup 2022. „Um Werbung dafür zu machen, habe ich zuletzt viele Gespräche geführt. Ich hoffe, dass bei der Vergabe nicht nur das Geld zählt“, sagt Kaymer. Die Entscheidung soll in eineinhalb Monaten fallen. Kaymer ist aber zuversichtlich: „Die Chancen stehen gut.“

Sponsorentermine da, Werbung fürs Golf und den Ryder Cup dort – Sportler ist Kaymer jedoch auch und mit seiner Saison noch nicht so ganz zufrieden. „Das Jahr war okay“, sagt er. Aber eines fehlt eben noch: ein Sieg bei einem Turnier. Seit 2010, also seit er auf der US-Tour spielt, stand er abgesehen von der Saison 2013 immer einmal ganz oben auf dem Podest. Mindestens. „Zuletzt war ich ein paarmal knapp dran“, meint Kaymer. Vergangene Woche startete er sehr gut in die Links-Championship in Schottland, doch auf den letzten beiden Runden verspielte er einen möglichen Sieg. Beim Turnier in Monza verdaddelte er den Pokal erst an den letzten Löchern. „Ich muss geduldig bleiben“, mahnt er. Noch fünf, sechs Turniere stehen in diesem Jahr auf seinem Plan, bevor es in die Winterpause geht. „Es wäre schön, wenn ich eines gewinnen könnte.“ Denn auch Kaymer weiß: Die beste Werbung für seinen Sport gibt’s mit Erfolgen.

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