Martin-Jan van Santen in der Galerie Thomas Fuchs Schönheit und Versöhnung

Von Nikolai B. Forstbauer 

Junge Männer schauen gedankenverloren in die Ferne – reicht das als künstlerische Position? „Stuttgarter Nachrichten“-Autor Nikolai B. Forstbauer sieht Anderes wichtiger im Werk von Martin-Jan van Santen.

Stuttgart - Es flirrt in den Bildern des niederländischen Malers Martin-Jan van Santen, das Licht umgarnt die Betrachter – und auch die ­Temperatur scheint in allen neuen Arbeiten der aktuellen Van Santen-Schau „Late ­Summer“ in der Stuttgarter Galerie Thomas Fuchs zu stimmen.

Betont klare Motive

So gut Van Santen vordergründig in das Fuchs-Programm zu passen scheint (und dieses auch seit Beginn 2012 mitprägt), so sehr fällt doch auf, dass diese Malerei in der ­Annäherung an Menschen und Landschaften keinen Stopp einlegt, nicht auf den plötzlichen Distanzhalt auf freier Motivstrecke setzt.

Noch Porträts, schon Farblandschaften

Oder doch nicht? Die Farbe satt, der Strich schnell, aber doch nicht roh, das Bildganze eine klare Szenerie junger Männer am ­Wasser durchaus, aber zugleich sich auf­wölbende und harte Kerbungen ausprägende Farblandschaft. Das zu Erfassende – ist letztlich nur mehr zufälliges Ergebnis der Auseinandersetzung mit dem Material ­Farbe.

Schönheit? Versöhnung!

Von hier aus auch erschließt sich ein Van Santen-Merkmal, das sich vielleicht nicht so sehr mit dem durch die Galerie forcierten Begriff der Schönheit verbindet, als mit einem Begriff, der aller Tagesrealität auf eigene Weise begegnet: Versöhnung.

Martin-Jan van Santen in der Galerie Thomas Fuchs in Stuttgart (Reinsburgstraße 68a). Eröffnung an diesem Freitag um 18 Uhr. www.galeriefuchs.de

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