Dieses von der Nasa zur Verfügung gestellte Foto zeigt ein Bild auf dem Mars, das der Nasa-Roboter InSight mithilfe einer an seinem Arm befestigten Kamera aufgenommen hat. Foto: NASA/dpa

Vom Mars lernen, heißt über die Entwicklung des Sonnensystems lernen. Nun ist die Nasa-Sonde InSight in einem nervenaufreibenden Finale auf dem Mars gelandet. Sie soll Erkenntnisse über das Innenleben des Planeten liefern.

Cape Canaveral - Erstmals seit 2012 hat die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa einen Roboter auf dem Mars landen lassen. Nach einer sechs Monate und insgesamt 485 Millionen Kilometer langen Reise ist der im Mai gestartete Lander InSight (Abkürzung für: Interior exploration using seismic investigations, geodesy and heat transport) in der Ebene Elysium Planitia nördlich des Mars-Äquators auf dem Roten Planeten aufgesetzt.

An Bord befinden sich wissenschaftliche Instrumente, mit denen die Forscher das Innere des Mars und seine geologische Entstehungsgeschichte untersuchen wollen. Zuletzt hatte die Nasa vor sechs Jahren den Rover Curiosity erfolgreich auf den Mars gebracht.

„Landung bestätigt“

Acht Minuten nach dem rasanten Eintritt in die Mars-Atmosphäre kamen auf der fernen Erde die ersten Funksignale an. „Landung bestätigt!“, rief ein Techniker im Nasa-Labor in Pasadena (Bundesstaat Kalifornien) kurz vor 15.00 Uhr (Ortszeit).

Bereits viereinhalb Minuten nach der Landung von Insight sendete der Roboter den ersten Schnappschuss vom Mars. Auf dem Bild waren Dreckspuren zu sehen, weil der Staubschutz noch auf der Kamera der Sonde war, doch die Umgebung wirkte weich und sandig, nur ein großer Felsen war zu sehen.

Genau das hatten sich die Forscher erhofft, die eine Ebene auf dem Roten Planeten als Ankunftspunkt ausgewählt hatten. Bei der heiklen Landung musste die Sonde ihre Geschwindigkeit binnen sechs Minuten von 19 800 Kilometern pro Stunde auf Null abbremsen.

Nach dem Eindringen in die Atmosphäre musste ein Fallschirm InSight weiter verlangsamen, bevor Landetriebwerke die Sonde auf ihren drei Beinen aufsetzen ließen. Nun soll der geologische Roboter seine Arbeit beginnen.

Deutsche Maulwurf-Technik an Bord

„Einwandfrei“, freute sich Rob Manning, Chefingenieur am zuständigen Jet Propulsion Laboratory (JPL) der Nasa in Pasadena. „So hatten wir uns das im Kopf erhofft und vorgestellt.“ Die Erfolgsquote von Mars-Missionen liegt bei durchschnittlich 40 Prozent. Deshalb bereitete das Finale der eine Milliarde Dollar (880 Millionen Euro) teuren Expedition den Nasa-Verantwortlichen auch solches Bauchgrimmen. Für die USA wäre es die achte Landung auf dem Mars.

InSight soll die bislang umfangreichsten Erkenntnisse über das Innere des Mars liefern. Ausgestattet ist der Roboter dazu mit einem Bohrgerät – ein sogenannter mechanischer Maulwurf aus deutscher Produktion –, der sich bis zu fünf Meter tief in den Boden graben kann.

So sollen dort die innere Temperatur gemessen und mit einem Seismometer Erdbeben, Meteoriten-Einschläge und alle anderen Bewegungen gemessen werden, die den Mars erschüttern. „In den kommenden Monaten und gar Jahren werden die Geschichtsbücher über das Innere des Mars neu geschrieben werden“, sagte JLP-Direktor Michael Watkins voraus.

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