Seit Jahren wird sie notdürftig geflickt, aber die notwendige Sanierung der Straße zwischen Hausen und Heimsheim lässt auf sich warten. Jetzt gibt es Hoffnung für das kommende Jahr.
Drei Landtagsabgeordnete und ein Bürgermeister waren am Dienstagfrüh, mitten im beachtlichen Berufsverkehr, nach Hausen gekommen, um Druck zu machen. Druck, damit die Straße zwischen dem Weil der Städter Stadtteil und dem benachbarten Heimsheim endlich saniert wird. Der konkrete Anlass für diese Aktion der FDP-Politiker Hans-Dieter Scheerer aus Weil der Stadt, Erik Schweickert aus dem Enzkreis und Christian Jung aus dem Landkreis Karlsruhe sowie dem Friolzheimer Bürgermeister Michael Seiß, der für die FDP im Kreistag des Enzkreises sitzt, war die ablehnende Antwort auf eine Petition, in der eine umgehende grundlegende Sanierung der Landesstraße 1179 zwischen Hausen und Heimsheim gefordert wird.
Gestartet hatte die Petition an den Landtag Werner Pfisterer aus Lehningen. „Fast 40 Jahre bin ich über die Straße zur Arbeit nach Weissach gefahren“, erzählt er auf dem Hausener Dorfplatz, während sich nebenan die Autos im Gegenverkehr über die schmale historische Steinbrücke über die Würm schieben. „Immer wieder wurde die Straße repariert und schadhafte Stellen wurden geflickt. Mal war es schlimmer, mal etwas besser,“ erzählt Pfisterer, der inzwischen im Ruhestand ist. Doch bis heute stellt sich die knapp drei Kilometer lange und im Berufsverkehr erstaunlich stark befahrene Straße als Buckelpiste dar, unbefestigte Bankette tun ihr übriges, um viele Autofahrer im Gegenverkehr auf Tempo 50 herunter zu bremsen. „Nur noch Schlagloch auf Schlagloch, die Randstreifen überwiegend gefährlich abgesenkt. Die Straße wird zusätzlich von großen und schweren Lastwagen stark frequentiert, welche ohne jegliche Geschwindigkeitsbeschränkung diese schon kaputte Straße tagtäglich weiter malträtieren“, so formuliert es Werner Pfisterer in seinem Schreiben an den Petitionsausschuss im August 2023.
„Ich halte diese Straße für lebensgefährlich“
Länger als ein Jahr hat der Lehninger auf eine Antwort aus Stuttgart warten müssen. Jetzt hat der Petitionsausschuss des Landtags entschieden: „Der Petition kann nicht abgeholfen werden“, lautete der Beschluss. Dies fällt nicht nur Werner Pfisterer schwer zu akzeptieren, auch die drei Landtagsabgeordneten aus der Region möchten dies nicht auf sich beruhen lassen. Christian Jung, Obmann für Verkehr und Petitionen seiner Fraktion im Landtag, ärgert sich besonders darüber, dass es vor der Entscheidung keine Ortsbesichtigung gab. „Ich habe bei der Sitzung extra nachgefragt“, so der Abgeordnete. „Meine FDP-Kollegen und ich haben Ihrer Petition zugestimmt“, sagt er an Werner Pfisterer gewandt. „Diese Sanierung ist schon öfter verschoben worden, ich halte diese Straße für lebensgefährlich“, so Jung.
Werner Pfisterer ist nicht der Erste, der sich für eine Verbesserung der Situation der Straße eingesetzt hat. Hans-Dieter Scheerer, zu dessen Wahlkreis Weil der Stadt gehört und der zudem dort Gemeinderatsmitglied ist, führt mehrere Schreiben in den vergangenen Jahren an das Verkehrsministerium und die Regierungspräsidien an, in denen er auf den schlechten Zustand der Straße hinweist und Handeln einfordert. „Unser Thema heute ist die ständige Verzögerungstaktik in dieser Sache“, erklärt der Abgeordnete.
Wohin mit dem Schwerverkehr während Bauarbeiten?
Doch aus der Antwort auf Werner Pfisterers Petition wird durchaus auch deutlich, dass sich die Behörden Gedanken über einen möglichen Ausbau oder eine Sanierung machen, für die es schon Vorplanungen gibt. Allerdings seien für den Ausbau von Banketten und die Entschärfung von Kurven Grunderwerb und die Zustimmung aller betroffenen Eigentümer nötig. Für die Dauerhaftigkeit der Straße sei „ein standfestes Bankett unabdingbar, da bei der Begegnung von Schwerverkehr regelmäßig mit einem Befahren des Banketts zu rechnen ist“, heißt es in der Stellungnahme.
Dazu führen die Verkehrsplaner noch Überlegungen ins Feld, wie der Schwerverkehr in die Gewerbegebiete von Hausen gelangen kann, wenn die Straße saniert wird. Denn dies könne wegen der geringen Fahrbahnbreite von sechs Metern nur unter Vollsperrung geschehen. Die Zufahrt über die schmale Hausener Brücke habe sich als einzige Möglichkeit ergeben. Als weiteres Hemmnis hätten sich auch Erweiterungspläne eines im Hausener Gewerbegebiets ansässigen Unternehmen gezeigt.
Offensichtlich gibt es inzwischen einen konkreten Ansatz, um den desolaten Zustand zumindest für eine Weile zu beheben. Im Rathaus von Weil der Stadt haben sich Vertreter des in dieser Sache federführenden Regierungspräsidiums Karlsruhe und des RP Stuttgart getroffen und das weitere Vorgehen besprochen. Auf Nachfrage teilte der Weil der Städter Bürgermeister Christian Walter gestern dazu mit: „Nach unserem Kenntnisstand von letzter Woche ist die Sanierung im Jahr 2025 unter Vollsperrung vorgesehen. In diesem Zuge können voraussichtlich auch Verbesserungen in Hausen für Radfahrer (Querungshilfe Würmtalradweg) und Fußgänger (Herstellung Gehweg bis Ortsausgang) umgesetzt werden. Die Erweiterung eines örtlichen Gewerbebetriebes ist dann erst nach der Vollsperrung, also ab 2026 möglich.“
Die Stadtverwaltung begrüße, dass die lange überfällige Sanierung nun komme. Diese werde „die Situation definitiv verbessern“. Es sei nachvollziehbar, so Christian Walter, „dass ein Ausbau der Straße kurzfristig nicht möglich ist.“ Es sei allerdings wünschenswert, wenn der Ausbau der L 1179 als langfristiges Ziel in den Maßnahmenplan des Landes aufgenommen und das Land sich schon frühzeitig um den notwendigen Grunderwerb bemühen würde.