Die Sanierung der Landesstraße in den Berglen lässt auf sich warten Foto: dpa

Zur Enttäuschung der vier Bürgermeister der Anrainerkommunen findet sich die Piste zwischen Stöckenhof und Kallenberg auf der Prioritätenliste des Landes erst weit hinten. Mit einer Sanierung sei erst nach 2018 zu rechnen, sagt das Ministerium.

Berglen - Mit ziemlicher Ernüchterung hat Berglens Bürgermeister Maximilian Friedrich jetzt seinem Gemeinderat mitgeteilt, was das Verkehrsministerium auf die verschiedenen Anfragen zum Zustand und betreffs einer Sanierung der maroden Abschnitte der Landesstraße zwischen dem Berglener Ortsteil Stöckenhof und Althütte-Kallenberg antwortet. In absehbarer Zeit, so ist dem Schreiiben aus dem Hause des Verkehrsministers Winfried Hermann (Grüne) zu entnehmen, sei mit einer Sanierung nicht zu rechnen. Diese komme allenfalls mittelfristig in Frage, was in der Regel bedeutet, dass sich in den kommenden fünf Jahren nichts tun wird.

Hohe Zahl an Unfällen

Nicht nur die Bürgermeister der Kommunen Berglen, Allmersbach, Althütte und Rudersberg hatten sich per Brief in Sachen Landesstraßensanierung an die Abteilung Straßenverkehr gewandt. Auch die Landtagsabgeordneten Wilfried Klenk (CDU) und Jochen Haußmann (FDP) hatten im Verkehrsministerium angefragt. Schließlich, so die Argumentation für die Dringlichkeit einer grundlegenden Sanierung, sei die betreffende Piste über die Berglen nicht nur marode, sondern auch unfallträchtig.

Auf dem Abschnitt, der über die Markung der vier Gemeinden verläuft, hat die Polizei laut Statistik in den vergangenen fünf Jahren fast 60 Unfälle registriert – in fünf Fällen mit Schwerverletzten. Erst im Dezember hatte es dort bei einer Karambolage mit drei Fahrzeugen 110 000 Euro Sachschaden gegeben. Zwar spielt laut Polizei als Unfallursache oft zu hohes Tempo eine Rolle. Einen Einfluss des Straßenzustands mag man im Aalener Polizeipräsidium aber auch nicht ganz ausschließen

In der Liste nur mittlere Priorität

In der aktuellen Dringlichkeitsliste des Landes für zu sanierende Straßen, so informiert das Verkehrsministerium nun, werde der betreffende Abschnitt der L 1120 nur mit mittlerer Priorität geführt. „Eine Sanierung im angesprochenen Abschnitt kann daher nicht vor 2018 erfolgen.“ Der für die Bürgermeister eher zweifelhafte Trost aus dem Stuttgarter Ministerium: „Bis zur Sanierung des Streckenabschnitts wird das Landratsamt Rems-Murr-Kreis weiterhin dafür sorgen, dass die L 1120 jederzeit in einem verkehrssicheren Zustand ist.“ Unter anderem sei bereits zwischen Kallenberg und dem Dmitrov-Kreisel ein Tempolimit von 70 Stundenkilometern ausgeschildert worden. Im Ministerium sieht man auf der Strecke im Übrigen „keine besondere Unfallhäufung“.

„Die Landesstraße zwischen Berglen-Stöckenhof und Althütte-Kallenberg steht im Stau“, formuliert nun der FDP-Landtagsabgeordnete und verkehrspolitische Sprecher seiner Fraktion, Jochen Haußmann in einer Mitteilung zur Sache. Er nimmt in seiner Kritik den Verkehrsminister ganz persönlich ins Visier: „Als verantwortlicher Minister hier dem Landratsamt den schwarzen Peter zuzuschieben, die Unfälle zu ignorieren und – statt auf das Anliegen einzugehen – auf den verkehrsbürokratischen Ablauf zu verweisen, ist schon ein bisschen zynisch.“

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