Viele Gebäude der Stuttgarter Feuerwehr wie hier die Feuerwache Süd genügen längst nicht mehr den Anforderungen. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Die Stuttgarter Feuerwehr arbeitet in maroden Wachen. Sie sieht Bedarf für mindestens 15 neue Gebäude. Der große Wurf wäre sehr teuer.

Stuttgart - Die Stuttgarter Feuerwehr hält Investitionen in Höhe von 300 Millionen Euro in ihre Infrastruktur für notwendig. „Die Wachen der Berufsfeuerwehr stammen aus Zeiten, in denen man noch mit Pferden ausgerückt ist“, sagte Branddirektor Frank Knödler unserer Zeitung.

Für den ersten der insgesamt fünf Standorte ist bereits eine Lösung gefunden. Die bisherige Filderwache in Degerloch wird durch einen 50 Millionen Euro teuren Neubau in Möhringen ersetzt. Der Spatenstich soll demnächst erfolgen. Damit ist es laut Knödler, der Ende August nach 27 Jahren im Amt in Ruhestand geht, aber nicht getan. Bei drei weiteren Wachen sind Neubauten oder umfangreiche Generalsanierungen notwendig. Als Kosten werden jeweils 30 Millionen Euro geschätzt. Für die Hauptfeuerwache in Bad Cannstatt fordert die Feuerwehr eine Neuordnung des gesamten Areals rund um die Leitstelle. Diese große Lösung könnte 150 Millionen Euro kosten und das Feuerwehrmuseum aus Stuttgart-Münster aufnehmen. In diesem Fall geht es zunächst um Mittel für eine Machbarkeitsstudie.

„Entscheidung für 50 Jahre“

Auch die Freiwillige Feuerwehr hat Bedarf. Mindestens zehn der 23 Wachen sind so marode, dass Neubauten für jeweils rund fünf Millionen Euro notwendig sind. Insgesamt kommt man so auf etwa 300 Millionen Euro. „Man darf vor großen Zahlen nicht erschrecken. Wenn man die Substanz richtig verbessert, ist das eine Entscheidung für die nächsten 40 oder 50 Jahre“, sagte Knödler. Die Situation sei ähnlich wie bei den Schulen, wo es ebenfalls großen Nachholbedarf gibt. „Die Politik weiß, dass sie handeln muss. Ich bin deshalb froh, dass das Thema für meinen Nachfolger dort bereits auf dem Tisch liegt“, so der Branddirektor.

Ganz zurückziehen will sich Knödler nicht. Er kündigte an, im Herbst noch einmal für fünf weitere Jahre zur Wahl als Präsident des Landesfeuerwehrverbandes anzutreten.

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