Bei der Gemeinschaft der Gartenfreunde konnten Kinder Mooskugeln basteln. Foto: Susanne Müller-Baji

Am Wochenende fand das zweite Kuckucksfest in der neu gestalteten Ortsmitte statt.

Stuttgart-Botnang - „Zum Kuckuck!“ – was anderswo nichts Gutes verheißt, kündigt in Botnang eine sommerliche Sause mit viel Hocketse und Musik an: Am Samstag fand erneut das vom Bürgerverein initiierte Kuckucksfest in der neu gestalteten Ortsmitte statt, und die Botnanger verstanden es, zu feiern.

Samstagvormittag geht nicht viel auf einer Hocketse. Deshalb lässt der Bürgervereinsvorsitzende Juergen R. Spingler zunächst den Fassanstich aufschieben: Die Reihen sollten sich schließen, „sonst meint man in der Umgebung noch, in Botnang sei nichts los“. Die Jazz-Dinos, die beim Frühschoppenkonzert als Einheizer fungieren, nahmen es gelassen. Wer kann, der kann – und hat vor allem ein großes Repertoire. Die Instrumentalversion von „Summertime and the livin’ is easy“ ist da quasi der Soundtrack zum glühenden Sonnenschein, der im exakten Gegensatz zu den Wetterverhältnissen beim Kuckucksfest im vergangenen Jahr steht.

„Das macht auch nichts, dass jetzt noch wenig los ist“, sagt Elias Nelson Makram: Gerade hat er für die Gemeinschaft der Gartenfreunde Stuttgart-Botnang sein erstes Mitmachangebot für diesen Tag beendet, dabei mit Kindern Mooskugeln als kleine Pflanzbehältnisse gebastelt. Er weiß: „Heute nachmittag ist es hier so voll, dass man nicht mehr zum Luftholen kommt.“ Dann kommt noch Herbert Müller von Botnanger Obst- und Gartenbauverein vorbei, der ein Stück weiter über Wildbienen informiert. „Wir haben was gemeinsam: Wir mögen es beide grün“, sagt er lachend und bedauert, dass man keine Standplätze nebeneinander gekommen hat: „Da geht es wohl um die Mischung der Stände.“

Tatsächlich ist die Bandbreite an diesem Samstag groß, auch wenn einige Lücken zwischen den Ständen geblieben sind: Beim Roten Kreuz kann man zum Beispiel seine Erste-Hilfe-Kenntnisse auffrischen, der Tierschutzverein ist mit einer Tombola mit dabei. Als neuer Leiter des Botnanger Polizeipostens stellt sich außerdem Martin Bock vor und informiert über Sicherheit im Stadtbezirk. Clara Slogar und Moritz Auttenlocher zeigen unterdessen mit allerlei Akrobatik, was sie beim Circus Circuli gelernt haben. Der Zirkusworkshop trainiert wöchentlich im Bürgerhaus, und sorgt nun dafür, dass ganz mutige Gäste sich ihrerseits in der Kunst des Seiltanzes versuchen können. Viele unterschiedliche Facetten, das gilt für Stadtbezirk und Verein ebenso wie für das Fest selbst.

Bezirksvorsteherin Mina Smakaj freut sich in ihrer Ansprache auch darüber, dass Platz und Brunnen nun endlich fertiggestellt seien, während man im vergangenen Jahr noch in einem Provisorium gefeiert habe. Und dann lässt Spingler doch das Fass anstechen. „Es haben schon Menschen den Zapfhahn ins Fass gezittert“, stichelt er, dann geht alles aber ganz schnell: Zack-zack hat Udo Nehr, einer der Initiatoren des Botnanger Ortsbusses, den Hahn ins Fass befördert, wohl auch beflügelt von der Nachricht, dass die Stadtverwaltung die auslaufende Lizenz für den Ortsbus nur Stunden zuvor um weitere zehn Jahre verlängert hat. Auch dies wird im Anschluss gefeiert, bis das Kuckucksfest spätabends mit einem Auftritt der „Baaremer Luusbuäbä“ verklingt.

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