Foto: Torsten Ströbele

Die Pläne zur Umgestaltung nehmen konkrete Formen an.

Botnang - Sechs Vorschläge kamen von der Stadt, am Ende machte aber eine siebte Variante das Rennen. Erarbeitet wurde sie vor kurzem von Bürgern und Stadtplanern im zweiten Teil eines Workshops, in dem die Botnanger über das künftige Erscheinungsbild ihres Marktplatzes diskutieren sollten.

Nachdem die Auftaktveranstaltung im April noch relativ schlecht besucht war, stimmte die Zahl der Teilnehmer des zweiten Workshops Bezirksvorsteher Wolfgang Stierle wesentlich zufriedener. Schließlich fanden sich rund 50 Bürger, Bezirksbeiräte und Mitarbeiter der Stadtverwaltung im Saal des Bürgerhauses ein.

„Ich gehe ergebnisoffen in die Veranstaltung hinein und lasse mich einfach mal treiben“, sagte Stierle zu Beginn. Der Bezirksvorsteher war guten Mutes, dass dem Marktplatz ein neues Gesicht verpasst wird. „Momentan sieht die Fläche einfach unterirdisch aus. Das muss ich in dieser Deutlichkeit sagen.“ Mit dieser Meinung stand Stierle nicht alleine da. Zu dunkel und zu dreckig sei der Marktplatz, meinten auch die Teilnehmer des Workshops. Zudem seien die Bäume zu dominant, das Toilettenhäuschen sei schlecht positioniert und die Fläche insgesamt lade einfach nicht zum Verweilen ein. Zudem müsse der Marktplatz auch künftig als Spielfläche dienen und weiterhin für den Wochenmarkt und größere Veranstaltungen wie das Straßen- und Heimatfest geeignet sein.

Ganze Baumgruppe wird im Entwurf verschoben

Anhand dieser Vorstellungen hatten sich Mitarbeiter des Amtes für Stadtplanung und -erneuerung an die Arbeit gemacht und den Botnangern nun sechs Vorschläge präsentiert, wie der Marktplatz umgestaltet werden könnte. Schnell wurde klar, dass die Varianten, in denen sich viele Sitzgelegenheiten und auch einige Höhenunterschiede durch Plateaus und Treppenstufen befanden, nicht weiterverfolgt werden sollten. Dagegen wurde die Idee, das Toilettenhäuschen und die Glascontainer an den Rand der Fläche neben das Trafogebäude an der Reger­straße zu platzieren, sofort für gut befunden. Bislang stehen WC und Container relativ zentral an der Eltinger Straße. Nicht ganz so leicht ließ sich dann im weiteren Verlauf die Frage nach der Anzahl der Bäume und deren Standorte klären.

Aktuell befinden sich 14 Platanen und drei Baum-Haseln auf dem Marktplatz. In den sechs verschiedenen Varianten des Amtes für Stadtplanung und -erneuerung waren nun immer mindestens sieben Bäume zu finden. Vor allem an den fünf Platanen im Bereich der Wendefläche an der Griegstraße hielten die Stadtplaner in allen Entwürfen fest – bis der Botnanger Klaus Abt zum verbalen Kahlschlag ansetzte. Genau diese fünf Bäume würden den Platz „kaputt machen“ und eine funktionale Nutzung ausschließen. Dieser Meinung schlossen sich die Teilnehmer an, die im weiteren Verlauf des Workshops zu dem Ergebnis kamen, dass es viel besser sei, dieses sogenannte Baumkarree nicht an der Wendeplatte, sondern an der Ecke Reger-/Eltinger Straße zu platzieren. Die Baumgruppe könne für spielende Kinder als Schutz vor der viel befahrenen Straße dienen und gleichzeitig den Lärm rund um den Kreisverkehr etwas absorbieren. Zudem wirke der Marktplatz so viel größer und könne alle Nutzungswünsche der Botnanger erfüllen. Ein in die Oberfläche integriertes Wasserspiel, ein sogenannter ebenerdiger Brunnen, solle auf jeden Fall auf dem Marktplatz zu finden sein, beschlossen die Teilnehmer.

„Wir werden uns nach den Sommerferien ans Werk machen, um aus der groben Skizze, die wir heute gezeichnet haben, einen konkreten Entwurf zu entwickeln“, sagte Uwe Stuckenbrock vom Amt für Stadtplanung und -erneuerung. „Wir sollten uns dann aber noch einmal treffen, um über diese neue Variante im Detail zu sprechen.“ In dieser dritten Runde müsse man sich dann auch über konkrete Zahlen unterhalten. „Wir dürfen nicht auf einer Wolke sitzen“, sagte Stuckenbrock. „Denn der Gemeinderat entscheidet am Ende, ob und wie viel Geld er für die Umgestaltung des Marktplatzes bewilligen möchte.“

Bezirksvorsteher Stierle schlug vor, die neue Variante im Rahmen einer Bezirksbeiratssitzung vorzustellen. Uwe Stuckenbrock fand die Idee gut und stellte in Aussicht, dass der Entwurf in der Oktober-Sitzung gezeigt werden könne.

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