Handwerkskunst, Töpferwaren oder Schmuck suchen ihre Abnehmer. Foto: factum/Granville

Keramikgeschirr, Edelsteinschmuck und Flechtkörbe gab es am Wochenende in Ditzingen zu kaufen. Das Wetter machte vielen Händlern jedoch einen Strich durch die Rechnung

Ditzingen - Es hätte ein sonniges Wochenende werden können. Die ersten Tulpen in der benachbarten Parkanlage blühen schon, aber das Aprilwetter macht seinem Ruf als unzuverlässiger Geselle alle Ehre. Beim Markt der Töpfer, Künstler und Kunsthandwerker, der sich am Samstag und Sonntag durch die Ditzinger Innenstadt zieht, regnet es fast ununterbrochen. Zum zwölften Mal sind viele Künstler und Handwerker aus der Region, aber auch von weiter weg, angereist und hoffen, viele Abnehmer für ihre Erzeugnisse zu finden. Am Samstag aber läuft es nur schleppend an. Der Himmel ist grau, dunkle Regenwolken sorgen dafür, dass die Menschen, die doch gekommen sind, sich unter Schirmen verstecken oder zumindest das Cape ihrer Regenjacke fest zugezurrt haben.

Die Händler, die ihre Stände auf der Markt- und der Münchinger Straße positioniert haben, haben noch vergleichsweise Glück: Hier kommen mehr Interessierte vorbei als vor dem Rathaus auf dem Laien. Dort ist der Schmuckmarkt, der als Highlight des Marktes angepriesen wurde. Edelsteinschmuck ist dort ebenso zu finden wie hochwertig verarbeitete Ringe und Ketten aus Silber und Gold. Allein, die Käufer lassen auf sich warten. Das mobile Café hat zwar offen, hungrige Kunden tummeln sich dort aber keine. Die regennassen Bierzelttische sind übereinander gestapelt, ein großer schwarzer Hund nutzt die Ruhe, um dort sein Mittagsschläfchen zu halten. Auch beim benachbarten Flammkuchenstand ist nichts los. Nur in der Marktstraße, wo Bratwürste gebraten werden, haben sich ein paar Abnehmer für die angebotenen Speisen gefunden.

Für die Händler dürfte sich der Markt am Ende weniger gelohnt haben als erhofft. Während ihre Waren nassgeregnet werden, bleiben viele potenzielle Kunden zuhause – trotz der längeren Öffnungszeiten vieler Ditzinger Läden am Samstag und des verkaufsoffenen Sonntags.

Viele Händler sind von weiter weg angereist. Es sind Künstler und Handwerker dabei aus Mannheim, Schwäbisch Gmünd und dem hessischen Offenbach. Ein Schraubenfigurenmacher, wie er sich selbst nennt, kommt extra aus Kempen am Niederrhein. Er hat lange Metallstäbe mitgebracht, an deren Enden etwa Fahrräder oder Farne angebracht sind. Am Samstag aber hat er Zeit, sich um den Müll zu kümmern. Sonst ist nicht viel zu tun.

Heike Anselstetter vertreibt sich die Zeit hingegen produktiv: Sie führt vor, wie man Glas mithilfe einer offenen Flamme formt. Das Glas wird unter der Hitzeeinwirkung immer länger, bis Anselstetter es mit einem Bunsenbrenner abtrennt. Hier und da wird es am Wochenende in Ditzingen dann doch noch hell, die Leute machen ihre Schirme zu. „Wäre ja schön, wenn noch mehr Leute kämen“, sagt ein Passant zu einem Händler. „Es ist schon besser geworden“, erwidert der, vorsichtig optimistisch.

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