Markus C. Wiedemann führt einer Messebesucherin eine Klangschale vor. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Seit Donnerstag präsentieren 60 Aussteller aus vier Kontinenten ihr Kunsthandwerk in der Phoenixhalle des Römerkastells. Noch bis Sonntag um 18 Uhr ist der Markt geöffnet.

Stuttgart - Am Stand von José Pajares ist viel los. Vielleicht liegt es an den gefälligen Melodien, die der Peruaner auf der Siyo Tanka spielt, einer handgefertigten Flöte, deren Namen auf Deutsch „Spitze des Büffels“ lautet. Oder an der positiven Ausstrahlung von Pajares, der geduldig und lächelnd alle Fragen beantwortet, die ihm Besucher des Markts der Völker stellen.

Seit Donnerstag präsentieren 60 Aussteller aus vier Kontinenten ihr Kunsthandwerk in der Phoenixhalle des Römerkastells. Noch bis Sonntag um 18 Uhr ist der Markt geöffnet. Im vergangenen Jahr kamen mehr als 6000 Besucher. José Pajares ist schon lange mit dabei. „Die Menschen sind immer sehr nett und interessieren sich wirklich für unsere Sachen“, sagt er. Die Palette des Peruaners ist groß: Flöten in allen Größen und Varianten, Ponchos, Teppiche, Decken, mit Federn geschmückte Ohrringe und Ketten, auf denen sämtliche indianische Sternzeichen eingraviert sind.

Salat -und Suppenschüsseln aus Usbekistan

Die Besucher des Markts der Völker stolperten nicht einfach hinein, sondern kämen bewusst, sagt Veranstalter Jens Ochmann. Oft handele es sich um kulturinteressierte Menschen, denen auch die nachhaltige Produktion der Waren am Herzen liege. Genau darum geht es auch Ochmann selbst. Er will das weltweit im Aussterben begriffene Kunsthandwerk fördern und damit nachhaltige Entwicklungshilfe betreiben. Obwohl der Markt der Völker seit seinem Umzug vom Lindenmuseum ins Römerkastell vor drei Jahren kontinuierlich wächst, kann Ochmann nicht alle Bewerber berücksichtigen. Und auch wenn Aussteller schon seit vielen Jahren mit dabei sind, müssen sie sich jedes Jahr erneut bewerben. „Wichtig ist die Authentizität der Aussteller. Von Vorteil ist auch, wenn sie tatsächlich aus dem jeweiligen Land kommen“, sagt er.

So wie Rano Frosch, die aus Usbekistan stammt, schon lange in Würzburg lebt und seit mehr als 15 Jahren auf dem Markt der Völker handgemachtes usbekisches Kunsthandwerk verkauft: Salat- und Suppenschüsseln zum Beispiel, Teller in Fischform oder mit feinen Ornamenten verzierte, aus einem Stück Nussbaumholz geschnitzte Buchständer. Frosch kommt immer wieder gern nach Stuttgart: „Man sagt zwar, die Schwaben seien geizig. Ich habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass sie sich sehr für Kunst interessieren und sehr detailverliebt sind.“

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