Foto: factum/Granville

Der Kleinunternehmer Hans-Jörg Schaller hat dem Getränkegiganten Red Bull eine herbe Schlappe beigebracht. Der Hersteller von Energydrinks ist mit seiner Klage gegen Schallers Marke „Fucking Red“ beim Bundespatentgericht in fast allen Punkten gescheitert.

Vaihingen an der Enz - Der Vaihinger Kleinunternehmer Hans-Jörg Schaller (54) hat dem Getränkegiganten Red Bull eine herbe Schlappe beigebracht. Der österreichische Hersteller von Energydrinks ist mit seiner Klage gegen Schallers Marke „Fucking Red“ beim Bundespatentgericht in fast allen Punkten gescheitert. Der 54-Jährige hatte die Wortmarke beim Patent- und Markenamt eintragen lassen, um damit insbesondere Wein zu vermarkten. Red Bull hatte dagegen Widerspruch eingelegt, war aber beim Markenamt gescheitert – und nun auch weit gehend vor Gericht.

Die Vorsitzende Richterin hatte in der Verhandlung am Mittwoch deutlich gemacht, dass die Beschwerde „nach vorläufiger Einschätzung dieser Kammer“ in den meisten Punkten hinfällig sei. Daraufhin lenkte der Anwalt von Red Bull in fast allen Punkten ein. Ein Rotwein namens „Fucking Red“ sei inhaltlich, sprachlich und faktisch zu weit weg von den Energydrinks unter dem Label Red Bull, erläuterte die Richterin. „Verdammt rot und roter Bulle – das kann man leicht auseinander halten.“ Die vom österreichischen Konzern beklagte Verwechslungsgefahr bestehe somit wohl nicht. Auch sei die Marke Fucking Red nicht durch den ebenfalls von Red Bull als Marke eingetragenen Begriff „Red“ geprägt. Nun zeichnet sich eine Einigung ab, die sich für Schaller wie ein Sieg auf ganzer Linie klingt. Er darf künftig unter dem Etikett Fucking Red Rotwein vermarkten, T-Shirts bedrucken und sogar Traubensaft abfüllen. Dem Kompromiss muss die Red-Bull-Konzernspitze noch zustimmen.

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