Mark Forster begeisterte sein Publikum in der ausverkauften Stuttgarter Schleyerhalle. Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

Mark Forster begeistert in der ausverkauften Schleyerhalle zwölftausend ältere und junge Fans mit einer Mischung aus Pop und Deutsch-Rap, kann sich aber einen lauen Taschenspielertrick nicht verkneifen.

Stuttgart - Die Familie kommt ja nur noch selten so richtig zusammen in diesen Zeiten. Papa bearbeitet nach Feierabend die neuesten Geschäftsmails oder guckt Fußball, Mami kümmert sich um den ganzen Rest, die Kinder sind via Smartphone bei Instagram unterwegs oder whatsappen sich die Finger wund. Nur gut, dass es Mark Forster gibt.

Der Schlacks mit der Baseballkappe steht für ein Unterhaltungskonzept, auf das sich Jung und Alt noch ein letztes Mal verständigen können, ehe der Nachwuchs endgültig eigene Wege geht. Wie gut ein solcher Familienabend mit Mark Forster funktionieren kann, gab es am Samstagabend in der ausverkauften Schleyerhalle zu erleben. Forsters Erfolgsrezept? Der 35-jährige Sänger und Songwriter findet für alle Altersgruppen vom Grundschüler über die Tanzstundenjahrgänge bis zur jung gebliebenen Elterngeneration eine adäquate Ansprache, und selbst bei den Jahrgängen dazwischen hat er noch reichlich Fans.

Anleihen aus dem Deutsch-Rap

An die kleinen Besucher werden ein paar erste Lebensweisheiten per „Forsti“-Kindercomic weitergegeben, mit Anleihen aus dem Deutsch-Rap sucht Forster die Nähe zur Teenager-Kultur, mit ernsterem Ton gibt er – etwa in Liedern an seinen Vater („Genau wie du“) oder die Schwester („Natalie“) – den großen Bruder und in sich hineinhorchenden Gefühlsmenschen. Und selbstverständlich bekommt das textsichere Stuttgarter Publikum alle Hits von „Au revoir“ bis „Kogong“ zu hören.

Eine fünfköpfige Band an Keyboards, Bass, Gitarren und Schlagzeug begleitet ihn in der Schleyerhalle, drei Bläser und zwei Begleitsängerinnen erweitern dieses Ensemble zum Tentett. Solo auf einer kleinen Extrabühne in der Hallenmitte eröffnet Forster den Abend, munter geht es danach auf der in drei Ebenen gestaffelten Hauptbühne weiter.

Eine gute Show

Die Konfettikanonen und Nebelmaschinen ballern nach Herzenslust, Goldregen rieselt durch die Luft, Flammenwerfen kommen zum Einsatz, an der Hallendecke wogt ein Meer an Lampions auf und ab. Gut anzuschauen ist diese Show, und zügig getaktet – allerdings auch nicht immer so spontan wie sie wirkt: Er habe vergessen, einen Stargast für diesen Abend einzuladen, erklärt Forster, um dann eine vermeintliche, aber selbstredend vorproduzierte Video-Liveschaltung zu Michael Patrick Kelly und Sido zu inszenieren.

Mehr Spaß als ein solch lauer Taschenspielertrick macht da ein Zugabenmedley rund um den Hit „Stimme“, ehe „Chöre“ und „Bauch und Kopf“ einen gut zweistündigen Abend beschließen, der exakt das gehalten hat, was er versprochen hat: gute Unterhaltung für die ganze Familie.

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