Das Marienplatzfest im vergangenen Sommer sorgte bei vielen für Freude, bei manch anderen für Frust. Den Besuchern hat es gefallen, den Anwohnern nicht. Foto: Achim Zweygarth

Der Bezirksbeirat genehmigt das Marienplatzfest 2014 – allerdings mit Einschränkungen. So haben die Veranstalter beispielsweise, anders als beantragt, nur die Genehmigung, bis 24 Uhr auszuschenken.

Marienplatz - Viel zu laut, zudem vier Tage Dauerbeschallung, keine Verlässlichkeit beim Abbau und Säuberung des Marienplatzes – die Liste der Kritikpunkte von Seiten des Bezirksbeirats Süd gegenüber den Machern des Marienplatzfestes war in der jüngsten Sitzung des Gremiums lang. Für ihren erneuten Sonderantrag auf Nutzung des Platzes für das Fest im Juli diesen Jahres hatten die Macher Reiner Bocka und Michael Benz zunächst also schlechte Karten.

Zuerst war daher eine Entschuldigung von Seiten der Veranstalter fällig: „Wir haben im vergangenen Jahr einen Vertrauensvorschuss bekommen und konnten dieses am Ende nicht gewährleisten“, sagte Organisator Michael Benz. Zudem hatten die Veranstalter ein zweiseitiges Papier ausgearbeitet, in dem sie erklärten, wie sie mit der Kritik beim nächsten Marienplatzfest konstruktiv umgehen wollen. Die Einsicht der Veranstalter war sicherlich mit ein Grund, warum die Bezirksbeiräte den Antrag letztlich mit einigen Einschränkungen doch noch genehmigten. „Ich halte das für einen guten Kompromiss“, sagte Roland Petri von der CDU-Fraktion nach der langwierigen Diskussion.

Einige Einschränkungen im Vergleich zum Antrag

Allerdings müssen die Veranstalter an den vier Tagen im Vergleich zu ihrem Antrag einige Einschränkungen hinnehmen. So haben sie nur die Genehmigung, bis 24 Uhr zu feiern und auszuschenken. In ihrem Antrag hatten sie sich gewünscht, an allen Tagen bis 1 Uhr nachts ausschenken zu dürfen. Zudem mussten sie Auflagen hinsichtlich der Auswahl der DJs hinnehmen. So soll in den Pausen zwischen den Bands nur ruhigere und leisere Musik laufen, um den Anwohnern eine Dauerbeschallung zu ersparen. An allen vier Tagen ist um 22 Uhr Schluss mit Musik.

Ebenso wie die Veranstalter des Afrika-Festivals muss der Verein Marienplatzfest bei der nächsten Veranstaltung zudem eine Sicherheitsleistung in Höhe von 2500 Euro hinterlegen. So will der Bezirksbeirat gewährleisten, dass der Platz nach Ende der Abbauzeit wieder so aussieht wie vorher. Petri wünscht sich zudem, dass es zeitnah nach dem Fest eine Feedback-Runde mit dem Bezirksbeirat gibt.

Positives Fazit der Veranstalter

Die Gründe für die Auflagen von Seiten des Bezirksbeirats sind klar. Im vergangenen Jahr hatte all das nicht funktioniert. „Wir können Feste veranstalten, aber keine Live-Konzerte. Da müsst ihr auf den Cannstatter Wasen gehen“, wies Bezirksvorsteher Rupert Kellermann die Veranstalter deutlich zurecht. Doch damit nicht genug der Schelte: „Sie sind auf dem Weg, das Fest für den Süden unmöglich zu machen“, ergänzte Kellermann. Und das obwohl er selbst das Fest sehr schön fände und im vergangenen Jahr sehr genossen hätte. Für dieses Jahr wünscht sich der Bezirksvorsteher mehr Verantwortung von den Veranstaltern. „Die habe ich vergangenes Jahr nicht finden können“, sagte er. Und gab ihnen deshalb mit auf den Weg: „Rüsten Sie bei der Anlage ab und wenn die Abbauzeit abgelaufen ist, ist der Platz sauber.“

Unterstützung und Rückhalt bekamen die beiden Macher Bocka und Benz vor allem von den Grünen. „Man darf bei alldem nicht vergessen, was alles gut gelaufen ist“, sagte Uwe Völker. So habe das Fest eine Strahlwirkung weit über den Stuttgarter Süden hinaus. Und er ergänzte: „Wir freuen uns grundsätzlich über Aktivitäten auf dem Marienplatz, die einen so hohen kulturellen und ästhetischen Wert haben.“ Sein Parteikollege Wolfgang Jaworek pflichtete ihm bei: „Ich gehöre wohl nicht zur Zielgruppe, aber ich möchte mich trotzdem als Freund des Festes outen.“ Und insgesamt hatten auch die Veranstalter ein positives Fazit zu verzeichnen: „Die Stimmung und die Atmosphäre waren super“, sagte Michael Benz.

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