Auf dem Stuttgarter Marienplatz können nicht mehr als vier Veranstaltungen pro Jahr mit Bezug zum Stadtbezirk Süd sowie zwei ohne einen solchen für die Höchstdauer von jeweils einer Woche genehmigt werden. Foto: Peter-Michael Petsch

Auf dem Marienplatz wird es künftig weniger genehmigungspflichtige Veranstaltungen geben.

Stuttgart - Christbäume ja, Brathähnchen nein: Der Bezirksbeirat Süd hat über die neuen Richtlinien zur Erteilung von Sondernutzungserlaubnissen auf dem Marienplatz beraten. Konkret geht es um die Frage: Wer darf den Platz für wie lange für kulturelle oder gewerbliche Zwecke aufsuchen – und wer nicht?

Da die bisherigen Richtlinien, die seit der Widmung des Platzes im Jahr 2005 galten, ausgelaufen sind, hat das Amt für öffentliche Ordnung der Stadt Stuttgart nun eine neue Fassung vorgelegt. Diese sieht vor allem punktuelle Änderungen an dem eh schon eng gefassten Regelwerk vor.

Ralf Maier-Geißer, der als Sachgebietsleiter innerhalb des Amts auch für das Veranstaltungsmanagement in der Landeshauptstadt zuständig ist, erklärte, ein Wochenmarkt „für den örtlichen Bedarf“ sei nun auch offiziell möglich. „Fliegende Händler, etwa für Brathähnchen, sind während der übrigen Zeit dagegen nicht zulässig.“

Da ein Händler jedoch die Einrichtung eines Christbaumverkaufs während der Weihnachtszeit beantragt hatte und dies auf Wohlwollen stieß, wurde dafür eigens eine Ausnahme geschaffen.

Sparsam mit der Sondernutzung umgehen

In jedem Fall steht fest, dass nicht mehr als vier Veranstaltungen pro Jahr mit Bezug zum Stadtbezirk Süd sowie zwei ohne einen solchen für die Höchstdauer von jeweils einer Woche genehmigt werden können. Mit dieser zeitlichen Beschränkung wolle man verhindern, dass den ganzen Sommer lang Veranstaltungen rund um die Marienkirche stattfinden könnten, so Maier-Geißer.

Bezirksbeirat Tim Stephan (CDU) mahnte denn auch, der Bezirk müsse mit der Sondernutzung sparsam umgehen. „Die Platz-Qualität muss erhalten bleiben. Nicht alles, was nicht in der Innenstadt stattfindet, darf hier bei uns landen.“ Wolfgang Jaworek (Grüne) erklärte dagegen, der Marienplatz sei ein lebendiger Ort geworden, der als Aushängeschild des Südens viele Menschen anziehe.

In bester Erinnerung dürften dem Gremium noch die heftigen Debatten um die „Kleine Tierschau“ sein, die im letzten Sommer dann doch ihr Zelt auf dem Platz aufschlug, und einige Anwohner mit lauten Motorgeräuschen störte. In diesem Jahr wird sie nun nur noch zweieinhalb Wochen lang gastieren - und den Lärmpegel wohl begrenzen.

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