Vor einem Jahr hat die Copro-Gruppe den Kaiserbau gekauft. Foto: Nina Ayerle

Die Copro-Gruppe stellt ihr Konzept und ihre langfristigen Pläne für den Kaiserbau vor.

Marienplatz - Viel hat sich in den vergangenen Jahren am Marienplatz verändert. Von einer großen, kargen und leeren Fläche hat sich der Marienplatz zu einem lebendigen Platz entwickelt. Doch es geht weiter: in nächster Zeit wird sich rund um den Kaiserbau noch einiges ändern. So plant Francesco Troiano, der Besitzer des Cafés Kaiserbau und der dazugehörigen Gelateria, wie berichtet auf der leer stehenden Fläche neben seinem Café eine Pizzeria – gemeinsam mit seiner Geschäftsführerin Martina Schneider. Vor Kurzem war dort noch ein Kiosk untergebracht. Direkt daneben ist die Kneipe Treff bei Anna. Der Kiosk ist inzwischen zu, auch die Kneipe muss weichen.

Ein Flair wie in Berlin

Vor gut einem Jahr hat die Berliner Copro-Gruppe den Kaiserbau gekauft. Der geschäftsführende Gesellschafter Marc Kimmich und seine Frau Antje stellen sich ein Gesamtkonzept für den Kaiserbau vor, das zum Marienplatz passt. „Der Platz hat ein bisschen Berliner Flair“, findet Antje Kimmich. Da die Copro-Gruppe in Stuttgart und Berlin ansässig ist, hält sich das Ehepaar häufig in der Hauptstadt auf, hat auch dort viele Projekte. „Der Marienplatz ist so offen und locker, dort leben alle Schichten. Diese Atmosphäre wollen wir gerne transportieren“, ergänzt Antje Kimmich. Die Fläche des bisherigen Kiosks ging bereits an Francesco Troiano. „Seine bisherigen Tätigkeiten laufen sehr gut“, findet Marc Kimmich. Troiano sei mit seiner Gastronomie bereits eine große Bereicherung für den Platz.

Die geplante Pizzeria sei nach ihren Vorstellungen gewesen, erzählt Antje Kimmich und ergänzt: „Wir kamen gemeinsam mit Herrn Troiano auf die Idee.“ Einfach sollte es sein und etwas, das sich jeder leisten kann. Ende November läuft nun auch der Vertrag mit der Brauerei aus, welche wiederum an Annas Treff untervermietet hat. Einen Nachmieter haben die Kimmichs bisher für die Räume nicht gefunden. „Wir wollen nicht nur vermieten, damit es vermietet ist“, sagt der gebürtige Stuttgarter Marc Kimmich.

Die neuen Mieter sollen ins Konzept passen. „Es ist gar nicht so einfach, jemand passendes zu finden“, sagt Antje Kimmich. Viele Anfragen von Systemgastronomen habe sie bekommen, doch das wollten sie eigentlich vermeiden. Andere Bewerber hätten wiederum zwar oft Erfahrung in der Gastronomie, aber wiederum keine Erfahrung in der Führung eines eigenen Geschäfts. „Wir schauen uns die Konzepte sehr genau an“, betonen Marc und Antje Kimmich. „Wir überprüfen auch den Businessplan, ob das Konzept nachhaltig ist“, fügt Antje Kimmich hinzu. Man wolle ja niemanden scheitern sehen.

Systemgastronomie ist nicht gewünscht

Ein einzelnes, unabhängiges Restaurant ist die Idealvorstellung der Kimmichs. Auch die vorherigen Mieter hätten die Chance gehabt, ein neues Konzept einzureichen. „Wir wollen, dass es ein Geschäft oder Gastronomie ist, das den ganzen Tag geöffnet ist“, sagt Antje Kimmich. Man wolle die Außenbestuhlung möglichst ausgiebig nutzen. „Das erhöht auch die Attraktivität des Marienplatzes“, sagt sie.

Bisher gibt es an dieser Stelle allerdings noch ein Problem mit der Feuergasse. Die Branddirektion beharrt auf einer durchgängigen fünf Meter breiten Brandschutzzone vor dem Kaiserbau. Der Bezirksbeirat hatte im Frühjahr dafür plädiert, nur einen Teilbereich auf fünf Meter Breite frei zuhalten. „ Viele Plätze würden dann wegfallen“, bedauert Marc Kimmich. Am Gebäude insgesamt will die Copro-Gruppe nicht viel ändern. Nach und nach wolle man behutsam gemäß dem Denkmalschutz das Gebäude sanieren. „Wir wollen wieder ein Denkmal aus dem Kaiserbau machen“, sagt Marc Kimmich. Bisher sei dies aus der Sicht Kimmichs etwas vernachlässigt worden. Gekauft haben die Eheleute, die mit ihren drei Kindern in Stuttgart leben, das Areal, weil sie die Mischung aus Gewerbe und Wohnen gereizt hat. Zudem habe sich die Copro-Gruppe auf die Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden spezialisiert. Auch eine langfristige Perspektive sehen die Eheleute im Kaiserbau: „Wir planen auf jeden Fall, das Gebäude in der Familie zu behalten“, betont Marc Kimmich.

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