Marie Weymer nimmt den Bezirkspokal für den TSV Heimsheim entgegen: Das Finale im Mai hatte auch etwas wie das EM-Viertelfinale Deutschland gegen Frankreich. Foto: Andreas Gorr

Marie Weymer zeigt größten Respekt für die deutschen Fußballerinnen und sieht beim EM-Viertelfinale gegen Frankreich Parallelen zum Pokalfinale des TSV Heimsheim.

Marie Weymer hat mitgezittert mit den deutschen Fußball-Fans, als die Frauen bei der EM in einem denkwürdigen Viertelfinale die Französinnen mit 6:5 nach Elfmeterschießen geschlagen haben. Vor dem Halbfinale gegen Spanien an diesem Mittwoch (21 Uhr/ARD) ist die Spielführerin des Regionenligisten TSV Heimsheim skeptisch – und hofft, dass sie sich in einer Beziehung irrt.

 

Frau Weymer, war eine lange Fußball-Nacht am Samstag, oder?

Das kann man sagen. Es war irre spannend, ich habe das Spiel mit Freunden angeschaut und wir haben kräftig gejubelt, als die deutsche Torhüterin Ann-Katrin Berger den entscheidenden Elfmeter pariert hat.

Es war eine Nervenprobe für uns alle.

Nach der frühen Roten Karte für Kathrin Hendrich dachte ich: Nicht schon wieder in Unterzahl und war sehr skeptisch, ob das gut ausgehen würde. Aber ich hatte das Gefühl, dieser Platzverweis hat das Team richtig zusammengeschweißt – jede Einzelne hat sich aufgeopfert für die Mannschaft, und am Ende war der Erfolg eine echte Willensleistung.

Hilfe gefällig? TSV-Trainer Henrik Petersen hilft Marie Weymer beim Anziehen der Spielführerbinde. Foto: Andreas Gorr

Sie kicken ja auch schon eine Weile – hatten Sie auch schon mal ein Spiel, in dem Ihre Mannschaft ähnliches durchstanden hat?

Ist ja lustig, dass Sie das fragen. Tatsächlich hatte ich während des Viertelfinales einen solchen Throwback – ich dachte an unser Pokalfinale im Mai gegen den SV Horrheim. Da lagen wir auch zurück, da gab es auch einen Lattentreffer für den Gegner kurz vor Schluss und schließlich ein Elfmeterschießen, wo unsere Torhüterin zwei Schüsse pariert hat. Da dachte ich: So in etwa war das bei uns auch.

So ein dramatischen Spiel könnte den Anstoß für mehr Euphorie im Land für die deutschen Fußball-Frauen auslösen. Immerhin haben mehr als zehn Millionen Menschen am TV zugeschaut.

Davon bin ich nicht überzeugt, ich weiß nicht, ob jetzt bis zum Halbfinale am Mittwoch noch so etwas wie EM-Euphorie aufkommt. Aber vielleicht treffen sich mehr Leute zum gemeinsamen Schauen privat oder in einer Kneipe.

Jubel bei den deutschen Spielerinnen nach dem gehaltenen entscheidenden Elfmeter. Foto: IMAGO/PsnewZ

Gegen Spanien wird’s ganz bestimmt nicht einfacher.

Genau, das ist der große Turnierfavorit, die Spanierinnen sind noch ein Stück stärker als das französische Team. Aber ich bin überzeugt, dass Spanier ganz schön beeindruckt war von der Willensleistung der deutschen Mannschaft am Samstag. Die werden das Spiel garantiert nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Wo werden Sie beim Halbfinale vor dem Fernseher sitzen?

Wir haben am Mittwoch Training und haben ausgemacht, dass wir uns danach im Vereinsheim die Partie mit der gesamten Mannschaft anschauen.

Verraten Sie mir Ihren Tipp.

Oh je, es tut mir im Herzen weh, aber ich muss wohl gegen Deutschland tippen. Ich denke, die Spanierinnen sind zu stark und rechne mit einem 1:2 oder einem 1:3 nach 90 Minuten. Aber ich hoffe inständig, ich liege mit diesem Tipp am Ende falsch.