Skirennfahrerin Maria Höfl-Riesch ist weiter sehr gut in Form: Nach dem Weltcup-Sieg auf der Abfahrtspiste von Lake Louise (USA) am Samstag legte sie dort am Sonntag einen weiteren Erfolg hinterher. In neun Wochen beginnen die Olympischen Winterspiele von Sotschi.  

Skirennfahrerin Maria Höfl-Riesch ist weiter sehr gut in Form: Nach dem Weltcup-Sieg auf der Abfahrtspiste von Lake Louise (USA) am Samstag legte sie dort am Sonntag einen weiteren Erfolg hinterher. In neun Wochen beginnen die Olympischen Winterspiele von Sotschi.

Lake Louise/Beaver Creek - Der zweite Coup auf der Abfahrtspiste in Lake Louise binnen 24 Stunden bescherte Maria Höfl-Riesch einen weiteren Cowboyhut - und die Hoffnung auf eine lange Erfolgsserie. "Wenn's läuft, dann läuft's, da geht alles einfacher von der Hand", sagte die Doppel-Olympiasiegerin am Samstag über ihre Weltcupsiege Nummer 25 und 26, die ihr auch die Führung in der Gesamtwertung einbrachten. "Ich hoffe, das hält jetzt noch ein bisschen an." Denn in neun Wochen beginnen die Olympischen Winterspiele in Sotschi.

Zwei Monate vor ihrem womöglich letzten Großereignis präsentierte sich die 29 Jahre alte Skirennfahrerin aus Partenkirchen in den kanadischen Rocky Mountains auf einem sehr guten Weg. "Ein Doppelsieg ist immer unglaublich und Wahnsinn", sagte Höfl-Riesch, nachdem sie die Bilanz des Deutschen Skiverbands (DSV) in Nordamerika kräftig aufpoliert hatte. Denn außer ihren Erfolgen gab es nach den Auftritten der deutschen Mannschaft nicht viel zu feiern. "Die Zwischenbilanz ist schon so, dass wir nicht so traumhaft aus den Startlöchern gekommen sind", sagte Alpin-Direktor Wolfgang Maier.

Insbesondere die abschließenden Resultate der Speedfahrer beim Super-G-Sieg des Schweizers Patrick Küng in Beaver Creek hatten ihm gar nicht gefallen. Tobias Stechert, Josef Ferstl und Andreas Strodl schieden aus. Einzig Andreas Sander kam am Samstag ins Ziel. Auf Platz 49. "Das war eine Blamage, wie wir uns hier verkauft haben", urteilte Maier. Schon am Freitag waren die DSV-Sportler im WM-Ort von 2015 bei der Abfahrt ohne Punkte geblieben.

Hoffnung setzt Maier nun auf die anstehenden Rennen in den Alpen. "Wir freuen uns, in Europa zu fahren, weil mit St. Moritz, mit Gröden oder Alta Badia Gebiete kommen, wo wir in den letzten Jahren doch immer sehr ordentlich gefahren sind", sagte er. "Der eine oder andere kann die Schwäche, die er hier noch gezeigt hat, versuchen ins richtige Licht zu rücken oder auszumerzen."

"Dann ist wohl Karriereende, wenn sie mich nicht mehr fahren lassen"

Für den ausgemusterten Stephan Keppler kommt es in Südtirol gar zum persönlichen Karrierefinale. "Ich habe jetzt noch eine Chance in Gröden, da muss ich dann gut fahren. Wenn nicht, dann lassen sie mich nicht mehr weiterfahren", sagte der 30-Jährige, der aus der Nationalmannschaft gestrichen worden war und sich selbstständig auf den Olympia-Winter vorbereitet hatte. "Dann ist wohl Karriereende, wenn sie mich nicht mehr fahren lassen."

Höfl-Riesch dagegen wird bis zu den Spielen in Sotschi auf jeden Fall noch weitermachen und darf sich über anerkennende Worte freuen. "Wie sie gefahren ist, da kann man ihr nur Lob zusprechen, das war tipptopp", bewertete Maier ihren 75. Podestplatz im Weltcup, für den sie bei der Siegerehrung wieder einen Cowboyhut aufgesetzt bekam. Er hoffe nun, "dass sie so viel Selbstvertrauen zieht aus dem, was sie gemacht hat, dass sie das abruft, was sie leisten kann. Denn dann können wir uns über eine tolle Saison freuen."

Womöglich spielt auch Höfl-Rieschs langjährige Freundin Lindsey Vonn in den kommenden Wochen wieder eine sportliche Top-Rolle. Die Amerikanerin erreichte nach Platz 40 beim Weltcup-Comeback am Freitag tags darauf Rang elf. "Es war sicher nicht mein bester Lauf, trotzdem bin ich sehr, sehr zufrieden und stolz. Das war vor allem eine Kopfsache, ich musste nach dem Trainingssturz wieder alles neu aufbauen", sagte die Freundin von Golfstar Tiger Woods.

Vonn hatte sich im Februar bei den Ski-Weltmeisterschaften in Schladming schwer am Knie verletzt. Ein Trainingssturz im November bremste sie erneut. Nun soll aber nichts mehr zwischen ihr und der Reise nach Russland stehen. Eine notwendige Operation will sie bis nach den Spielen hinauszögern.

Noch zählt die viermalige Gesamtweltcupsiegerin aber nicht wieder zu den formstärksten Fahrerinnen im Weltcup. In den schnellen Disziplinen und in der Gesamtwertung geben andere den Ton an, etwa Tina Weirather aus Liechtenstein auf Rang zwei am Samstag oder direkt dahinter Anna Fenninger aus Österreich. Viktoria Rebensburg fehlte mit Platz 14 noch ein Stück zur absoluten Spitze.

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