Die Margarete-Steiff-Schule braucht die Sanierung, um den gewachsenen Anforderungen gerecht zu werden und ihr Angebot ausbauen zu können. Foto: dpa

Das Gebäude Hengstäcker 5 der Margarete-Steiff-Schule in Stuttgart-Möhringen muss generalsaniert werden. Nun verzögert sich das Vorhaben weiter – wegen eines Schadens in einem anderen Gebäude.

Möhringen - Wir hatten uns gefreut, dachten, jetzt geht es endlich weiter“, sagt Peter Otto, der Leiter der Margarete-Steiff-Schule. Er bezieht sich auf die gute Platzierung seiner Schule im Bürgerhaushalt. Das war bereits 2017. Danach stellte die Stadt im Doppelhaushalt 2018/19 für die in den 70er-Jahren gebaute und dringend sanierungsbedürftige Margarete-Steiff-Schule Planungsgelder über 1,6 Millionen Euro zur Verfügung. Die Schulgemeinschaft sah ihren Wunsch nach der Generalsanierung des Gebäudes Hengstäcker 5 bereits erfüllt. Es kam aber anders: Etliche Schulsanierungen in Stuttgart wurden wegen Personalmangels aufgeschoben. Auch die Margarete-Steiff-Schule, in der Kinder und Jugendliche mit körperlichen Behinderungen unterrichtet werden, musste weiter warten.

Es war nicht das erste Mal, dass die Möhringer Schule sich in Geduld üben muss: Bereits 2014 hatte der Gemeinderat einem Masterplan für die bauliche und pädagogische Zukunft der Margarete-Steiff-Schule zugestimmt. Allerdings wurde das Geld im Haushalt nicht freigegeben. Das Vorhaben liegt seit Jahren auf Eis.

Ein Wasserschaden bringt die Pläne durcheinander

Mit Beginn des vergangenen Schuljahrs kam dann die nächste Hiobsbotschaft für die Margarete-Steiff-Schule: ein Feuchteschaden im Gebäude Hengstäcker 2. Bei Regen sei Wasser durch das Dach eingedrungen, berichtet der Rektor. Mit einem Wasserschaden hatte die Schule bereits vor zwei Jahren zu kämpfen gehabt, damals war in den erst 2015 errichteten Neubau Wasser eingedrungen. Nun also wieder ein Schaden: „Das Schulverwaltungsamt hat das Gebäude Hengstäcker 2 im September 2018 geschlossen“, sagt Peter Otto. Das Gebäude habe „nach gutachterlicher Empfehlung auf Grund von Feuchteschäden und unter Berücksichtigung seines insgesamt kritischen baulichen Gesamtzustandes“ abgeriegelt werden müssen, bestätigt Philipp Forstner, der stellvertretende Leiter des Schulverwaltungsamts.

Das betrifft nicht nur die Schüler des Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums (SBBZ) mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung. Die Margarete-Steiff-Schule teilt sich die Räume mit dem schuleigenen Kindergarten Sonnenblume und dem Kindergarten der benachbarten Bodelschwinghschule. Sie wurden übergangsweise in anderen Gebäuden auf dem Campus auf den Hengstäckern untergebracht.

Ohne Ersatz-Neubau können die Planungen nicht weitergehen

Und dieser Feuchteschaden ist nun der Grund dafür, dass es mit den Planungen für die Sanierung nicht weitergehen kann. „Zwingende Voraussetzung für die Umsetzung der weiteren Sanierungsschritte am Gebäude Hengstäcker 5 ist, dass eine geeignete Interimslösung für die auszulagernde Schülerschaft mit ihren besonderen Herausforderungen angeboten werden kann“, sagt Forstner. Weil das Gebäude Hengstäcker 2 wegfällt, sei dieser Umstand nicht gegeben. „Ohne ein Ersatzgebäude für das entfallene Gebäude Hengstäcker 2 sind jetzt mangels Auslagerungsmöglichkeiten alle weiteren Sanierungs- und Umsetzungsschritte am Standort blockiert.“

Erst wenn der Ersatz-Neubau fertig ist und die Schüler dorthin umziehen können, könne die „Weiterplanung der Generalsanierung und Umstrukturierung des Gebäudes Hengstäcker 5“ erfolgen. „Nach Fertigstellung eines Ersatzneubaus Hengstäcker 2 soll dieser zunächst komplett von der Margarete-Steiff-Schule belegt werden, damit das Gebäude Hengstäcker 5 dann vollständig ausgelagert werden kann für die Generalsanierung und Umstrukturierung“, teilt der stellvertretende Amtsleiter mit. Einen Zeitplan kann das Schulverwaltungsamt zum jetzigen Zeitpunkt nicht nennen.

Schulleiter fürchtet Aufschiebung um Jahre

Das Raumprogramm und die Nutzungsabfolge für den Ersatz-Neubau seien mit der Margarete-Steiff-Schule, den betroffenen Sonderschulkindergärten und dem Schulverwaltungsamt gemeinsam entwickelt worden, sagt Forstner. „Wir erleben die Mitarbeiter des Schulverwaltungsamts als sehr unterstützend, sie sehen auch die besonderen Bedarfe, die wir haben“, beschreibt Peter Otto die Zusammenarbeit. Aber der Wunsch nach einem generalsanierten Gebäude Hengstäcker 5 werde nun wieder „auf Jahre zurückgestellt“, befürchtet der Schulleiter. „Das Haus ist schon sehr in die Jahre gekommen“, sagt Otto. Vor allem im Bereich der Toiletten und Wickeltische sehe er dringenden Handlungsbedarf. „Die Eltern unserer Schüler fragen auch, warum unsere Wünsche ignoriert werden“, trotz der guten Platzierung, die man 2017 im Bürgerhaushalt erreicht habe. „Wir fragen uns, warum wir 2017 auf die Straße gegangen sind“, sagt Otto.

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