Die 78-Jährige steht erneut im Mittelpunkt einer politischen Kontroverse (Archivbild). Foto: Scott Barbour/AAP/dpa/Scott Barbour

Nachdem sie die höchste Auszeichnung des Landes erhalten hat, steht Tennis-Legende Margaret Court in Australien erneut im Mittelpunkt einer politischen Kontroverse – wegen ihrer Äußerungen über Homosexuelle und Transgender sowie zum Thema Abtreibung.

Melbourne - Tennis-Legende Margaret Court steht in Australien erneut im Mittelpunkt einer politischen Kontroverse, nachdem sie die höchste Auszeichnung des Landes erhalten hat. Wegen ihrer Äußerungen über Homosexuelle und Transgender sowie zum Thema Abtreibung ist die Rekordsiegerin bei Grand-Slam-Turnieren in Australien umstritten. Der Premierminister des Bundesstaates Victoria, Daniel Andrews, lehnte die jüngste Auszeichnung für die 78-Jährige ab, mehrere ebenfalls Geehrte wollen die Auszeichnung nun zurückgeben.

Sie selbst werde dies nicht tun, sagte die Gewinnerin von 24 Einzel-Titeln bei den vier wichtigsten Tennis-Turnieren. „Das ist für mein Tennis, es hat sich lange angebahnt, ich fühle mich sehr geehrt. Wir haben nichts getan, außer für unsere Nation zu spielen“, sagte Court. Sie habe nicht gewusst, dass sie geehrt werde solle.

Medien hätten falsch über Ansichten berichtet

Die als Pastorin tätige Court wehrte sich in dem Radio-Interview gegen Vorwürfe und betonte, sie hasse niemanden. „Ich liebe Menschen, und ich liebe schwule Menschen und Transgender. Wir holen sie in unsere Gemeindearbeit, wir schicken niemanden fort“, sagte sie. Die Medien hätte einige ihrer Ansichten in den vergangenen Jahren falsch wiedergegeben. In dem Interview sagte Court auch: „Ich habe das Gefühl, dass wir so links geworden sind, dass wir nicht mehr irgendetwas zu unseren traditionellen Werten sagen dürfen.“

Vor einem Jahr hatten die Australian Open Court zwar dafür geehrt, dass sie die vier Grand-Slam-Turniere in einer Saison 1970 gewann. Man teile aber ihre Ansichten nicht, erklärte Turnierdirektor Craig Tiley damals. Einstige Tennis-Größen wie Martina Navratilova, Billie Jean King und John McEnroe haben Court scharf kritisiert. Beim diesjährigen Turnier, das wegen der Corona-Pandemie erst am 8. Februar beginnen soll, wird Court nicht sein. Die Veranstalter hätten sie nicht eingeladen.

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