Marc Stein konzentriert sich aufs Hier und Jetzt und hält sich zu Personalfragen für die neue Runde bedeckt. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Die Stuttgarter Kickers haben zuletzt zweimal in Folge gegen Aufsteiger zu Hause nicht gewonnen. Sportdirektor Marc Stein äußert sich zur Heimschwäche, zum Aufstiegsrennen und zu personellen Fragen.

Fußball-Oberligist Stuttgarter Kickers steht sechs Spieltage vor Schluss mit acht Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze. Vor den Spielen an diesem Mittwoch (18.30 Uhr) beim 1. FC Rielasingen-Arlen und gegen den 1. Göppinger SV (Samstag, 14 Uhr/Gazi-Stadion) schätzt Sportdirektor Marc Stein die Lage ein.

 

Herr Stein, wie beurteilen Sie das 1:1 gegen den Offenburger FV?

Wir sind ordentlich in das Spiel gestartet, nach 25 Minuten haben wir zweimal Offenburg zu guten Chancen eingeladen, sind in Rückstand geraten und waren danach nicht gut im Spiel. Nach der Pause waren wir nicht zwingend genug, um das Spiel noch komplett zu drehen. Alle eingewechselten Spieler waren zwar ein belebendes Element, aber wir haben über die gesamten 90 Minuten zu wenig Chancen kreiert, die Lösungen im letzten Drittel haben gefehlt. Da waren wir schon wesentlich besser.

Woran liegt’s?

Wenn wir das ad hoc wüssten, würden wir es ändern. Grundsätzlich müssen wir wieder konsequenter und dominanter zur Sache gehen, mit der absoluten Überzeugung eine höhere Intensität an den Tag legen, um auch mehr Tormöglichkeiten erzwingen. Dass die Mannschaft das kann, hat sie oft genug bewiesen.

Nach dem 0:1 gegen den FSV Hollenbach blieb das Team gegen einen weiteren Aufsteiger zum zweiten Mal in Folge zu Hause ohne Sieg. Wie sehr beunruhigt Sie das?

Wir alle gehen immer kritisch mit unseren Leistungen um und analysieren, was wir besser machen können. Aber man muss das Ganze einfach auch sachlich-nüchtern einordnen. Wir spielen eine sehr gute, eine herausragende Saison. Wir stehen sechs Spieltage vor Schluss mit acht Punkten Vorsprung, dazu noch mit der um 49 Treffer besseren Tordifferenz, auf Platz eins und haben zudem das WFV-Pokal-Halbfinale erreicht (Anm.d.Red.: am 3. Mai bei Türkspor Neu-Ulm). Wenn uns das alles jemand vor Saisonbeginn gesagt hätte, hätten wir Ja und Amen gesagt.

„Auch auswärts schwer getan“

Von 13 Heimspielen in dieser Saison wurden vier nicht gewonnen. Auswärts wurden dagegen bis auf das 0:2 beim FV Ravensburg alle anderen 13 Partien gewonnen? Warum läuft des auf fremden Plätzen besser?

Wir haben uns im Kalenderjahr 2023 auch beim SV Oberachern und zweimal, im Pokal und in der Liga, bei der Sport-Union Neckarsulm schwer getan, aber eben die Spiele gewonnen. Unser Anspruch ist es natürlich, auch wieder die Spiele zu Hause für uns zu entscheiden. Und das werden wir auch.

Verdeutlichen die jüngsten Leistungen nicht auch, dass es im Fall des Aufstiegs gezielte Verstärkungen in allen Mannschaftsteilen braucht, um in der Regionalliga nicht nur gegen den Abstieg zu spielen?

Da bitte ich um Verständnis: Das diskutieren wir nicht öffentlich, schon gar nicht in der aktuellen Situation. Wir müssen als Team erst einmal den Aufstieg schaffen, nur das zählt.

Aber es ist doch Ihr Job, strategisch über die Saison hinaus zu planen?

Natürlich, und es gibt in einer Mannschaft immer Dinge, die man verbessern kann. Darüber sprechen wir – aber intern. Und noch einmal: Wir tun gut daran, uns auf das Hier und Jetzt zu fokussieren. Das ist unsere Hauptaufgabe. Wir sind noch nicht in der Regionalliga.

Der Vertrag mit Nico Blank wurde bereits verlängert. Auch Maximilian Otto, Ivo Colic und Luigi Campagna sollen Angebote zur Vertragsverlängerung vorliegen. Wie ist der Stand der Dinge?

Diesbezüglich möchte ich keine Wasserstandsmeldungen abgeben. Wir haben jetzt zwei Englische Wochen vor uns. Da liegt der Fokus drauf.

Zur Person

Karriere
Marc Stein wurde am 7. Juli 1985 in Potsdam geboren. Er war Profi bei TeBe Berlin, Hansa Rostock, Hertha BSC, FSV Frankfurt, Kickers Offenbach, Stuttgarter Kickers, Energie Cottbus und bis Ende 2021 beim VfB Stuttgart II. Seit 1. Januar 2022 ist er Sportdirektor der Stuttgarter Kickers.

Persönliches
Marc Stein ist verheiratet mit Julia. Das Paar wohnt in Sillenbuch und hat zwei Kinder: Ben (6) und Marie (3). Steins Mutter Annett ist Chefbundestrainerin des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). (jüf)