Im Marbacher Totschlagsprozess wurde ein erstes Gutachten vorgelegt. Untersucht wurde, ob zu der Beschuldigte das Feuer gelegt hat, um zu verschleiern, dass er seine Frau getötet hat. Das Ergebnis ist eindeutig.
Der Prozess um den Tod einer Marbacher Feuerwehrfrau neigt sich langsam dem Ende zu. Am zehnten Tag hat die erste von drei Sachverständigen ihr Gutachten vorgetragen. Eine Chemikerin des Landeskriminalamtes kam zu dem Schluss, dass der Brand im Eisenachweg in Marbach am 6. August vergangenen Jahres absichtlich gelegt wurde. „Es war kein technischer Defekt, wir haben an einem elektrischen Kabel Lichtbogenschmelzspuren entdeckt, die auf einen Brand hindeuten“, erklärte sie.
Nach ihren Untersuchungen sei das Feuer im Kellerabteil Nummer zwei ausgebrochen, dort seien die intensivsten Brandspuren an Holzlatten und Wänden. Auch verbrannte Kartonagen seien dort gelegen. Die über Putz verlegten Elektroleitungen seien angebrannt und hätten zum Teil von der Decke gehangen.
Die größte potenzielle Gefahr für die Hausbewohner seien die Rauchentwicklung und das geruchs- und farblose Kohlenmonoxid gewesen. Im konkreten Fall habe es jedoch ein paar günstige Umstände gegeben. Zum einen seien im Keller die meisten Fenster geschlossen gewesen, so dass kein Sauerstoff die Ausbreitung gefördert habe. Zum anderen sei die Feuerwehr nur wenige Minuten nach dem Alarm am Brandort gewesen. Die Brandschutztür vor dem Keller hätte einem Brand 30 Minuten standgehalten, allerdings sei durch die Ritzen Rauch ins Treppenhaus gelangt. Wegen der doppelten Dichtungen der Wohnungstüren habe Rauch mehrere Minuten lang nicht eindringen können.
Was wird dem Angeklagten genau vorgeworfen?
Seit Ende Februar muss sich ein 29-jähriger Mann wegen Totschlags an seiner Ehefrau vor dem Landgericht Heilbronn verantworten. Beide waren Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr, allerdings in unterschiedlichen Ortsgruppen. Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ist der Angeklagte mit seiner Frau in der Nacht zum 6. August 2023 wegen der Trennung in Streit geraten und hat sie dann getötet. Er soll sie ohnmächtig geschlagen und anschließend erstickt haben.
Danach habe er sie in den Keller getragen und mit brennbaren Materialien ein Feuer entzündet, um seine Tat zu verschleiern. Er habe sich nicht darum gekümmert, in was für eine Lebensgefahr er die größtenteils schlafenden und ahnungslosen 38 Bewohner brachte. Der Sachschaden wird auf rund 150 000 Euro geschätzt. Die Anklage lautet auf Totschlag, versuchten Mord in 38 Fällen und besonders schwere Brandstiftung.
Der Prozess wird am 4. Juni fortgesetzt, das Urteil soll am 5. Juli verkündet werden.