Auf dem Galgen in Marbach Foto: Arthur Tews

Am Samstag, den 11. Oktober hatte die Ortsgruppe Marbach des Schwäbischen Albvereins zu einer gemütlichen Rundwanderung eingeladen. Wegewart Arthur Tews hatte den Wanderweg 2 "Rund um die Schillerstadt Marbach" vorbereitet, für dessen Beschilderung er unter anderem zuständig ist. Regulär beginnt diese Runde vor dem Marbacher Rathaus und führt von dort die Niklastorstraße hinab, vorbei an der Stadtkirche, dem Wilder-Mann-Brunnen, an Schillers Geburtshaus sowie am Geburtshaus von Friedrich Schillers Mutter, dem ehemaligen Gasthaus "Goldener Löwe". Dieses erste Wegstück durch die Altstadt ließ die knapp zwanzigköpfige Wandergruppe aus und traf sich stattdessen "Am Alten Markt" zu Füßen der Alexanderkirche, über die Arthur Tews auch gleich einiges Wissenswerte zu berichten wusste. Ursprünglich stand hier an der Kreuzung zweier wichtiger Straßen, umgeben von einer kleinen Siedlung, eine karolingische Pfarrkirche. Die Siedlung wurde später aufgegeben, das Kirchlein jedoch mit Mauern und Türmen versehen und so zu einer Wehrkirche umgewandelt. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts wurde sie durch eine romanische Basilika ersetzt. Der Umbau des Gotteshauses zu seiner heutigen spätgotischen Form wurde 1450 mit dem Chor begonnen und 1485 mit dem Turm abgeschlossen. Die Alexanderkirche liegt außerhalb der Stadtmauern der Marbacher Altstadt, die im späten 12. Jahrhundert und damit lange nach dem Bau der einstmaligen Dorfkirche entstand.

 

Bei sonnigem Wetter führte die Wanderung des SAV zunächst am ehemaligen Krankenhaus vorbei und weiter durch die Weinberge zur Aussichtsplattform, von der alle den weiten Blick in Richtung Ludwigsburg und Benningen genießen konnten. Arthur Tews erläuterte, dass das Eisenbahnviadukt, das hier das weite Neckartal überspannt, kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs von deutschen Truppen zerstört und bis 1947 wieder aufgebraut wurde. Im Zuge des Ausbaus des S-Bahnnetzes wurde 1980 das Marbacher Neckarviadukt durch ein modernes Bauwerk ersetzt.

Wohlgelaunt setzte die Wandergruppe die Runde fort, wobei sie an Streuobstwiesen, Aussiedlerhöfen und der Milzenbrunnen-Quelle vorbeikam und schließlich zum nächsten Aussichtspunkt, dem Naturdenkmal Galgen mit seinen mächtigen Platanen, gelangte. Die Gruppe vom Albverein ging anschließend noch ein Stück auf dem Höhenrücken weiter, bevor sie hinab zur Kirchenweinbergstraße abbog. Hierbei wurde von der ausgeschilderten Wegführung abgewichen und so das Industriegebiet umgangen.

Zum Abschluss dieser Nachmittagswanderung gab es noch eine Einkehr in froher Runde. Arthur Tews gebührte der Dank für diese schöne und sehr informative Wanderung, bei der so manch einer noch einen kleinen Weg entdecken durfte, den er auch als Marbacher noch nie gelaufen war.

Zum Ausklang des Wanderjahres 2025 plant die Ortsgruppe Marbach des SAV für Freitag, den 28. November noch eine Wanderung zu einer Besenwirtschaft. Genaueres wird in der Marbacher Zeitung und in den SAV-Schaukästen am Bahnhof Marbach und beim Durchgang zum Parkhaus rechtzeitig bekanntgegeben.

Gabi Heilgeist

Albverein Marbach

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