Sonderausstellung vom 23. Februar bis 26. Oktober 2025
„Mondskugeln“
Einzigartige Ausstellung im Tobias-Mayer-Museum
Mit einer gut besuchten Vernissage wurde am vergangenen Sonntag die neue Ausstellung des Tobias-Mayer-Vereins in seinem Museum eröffnet.
Gezeigt wird die Sammlung von Mondgloben des Vereins. Diese Kollektion von 16 Globen ist wahrscheinlich einmalig, und zwar aus mehreren Gründen:
Es ist keine Sammlung weltweit bekannt, die so viele Mondgloben umfasst.
Außerdem wird die Mondskugel gezeigt, die der Astronom und Mathematiker aus Marbach, Tobias Mayer, 1750 geplant und vorbereitet hat und die jetzt aufwändig vom Verein rekonstruiert worden ist.
Und schließlich werden viele Globen verschiedenster Konzeption und Ausführung gezeigt, dabei Darstellungen als Relief und auch von der Mondrückseite.
Zur Eröffnung der Ausstellung stellte Prof. A. Hüttermann die Exponate vor und gab einen Überblick über die Geschichte der „Mondskugeln“, wie Tobias Mayer selbst sagte.
Der Marbacher Wissenschaftler entwickelte die Idee zu einem Mondglobus, als er eine Informationstafel über die Mondfinsternis von 1748 erarbeitete und dabei feststellte, dass die damals vorliegenden Mondkarten seinen Ansprüchen an Genauigkeit nicht entsprachen. So zeichnete er selbst auf der Grundlage von eigenen teleskopischen Beobachtungen Karten, die alle bisherigen Darstellungen an Exaktheit übertrafen. Aus diesen Detailkarten fertigte er eine Karte der gesamten sichtbaren Seite, die allerdings erst nach seinem Tode 1762 gedruckt wurde. Den Plan zu einem Globus entwickelte er 1750 und begründete das Vorhaben ausführlich. Er begann sogar Kugelsegmente zu zeichnen und ließ bereits Kupferplatten zum Druck herstellen.
Von den geplanten 12 Segmenten sind immerhin 8 erhalten. Diese Unterlagen wurden von G. Oestmann benutzt, um den Mayer-Globus nach 245 Jahren zu rekonstruieren. Zahlreiche kartografische und technische Probleme mussten dabei gelöst werden. Insgesamt wurden 25 Globen hergestellt. In vielen Museen weltweit sind Exemplare ausgestellt, in Wien, London, Berlin und sogar in Mekka.
Nach Tobias Mayer wurden sehr viele Mondgloben hergestellt. Eine Welle von solchen entstand nach den ersten sowjetischen Bildern von der Rückseite des Mondes und nach der amerikanischen Mondlandung 1969.
Viele Beispiele zeigt die Ausstellung und dokumentiert damit die Geschichte der „Mondskugeln“.
Sie ist bis zum 26.Oktober zu den Öffnungszeiten des Museums zusehen.
Ein Ausstellungskatalog von Prof. Hüttermann ist käuflich zu erwerben.
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