Unter einem guten Stern, nämlich dem von Bethlehem, sind die Sternsinger in Marbach unterwegs. Foto: KS-Images.de

Die 35 Sternsinger der katholischen Kirchengemeinde sind seit Donnerstag unterwegs.

Marbach - D

raußen fallen Schneeflocken, drei bunte Gestalten folgen einem hellen Stern – nein, das ist keine verspätete Weihnachtsgeschichte. Die Sternsinger der katholischen Kirchengemeinde Zur Heiligen Familie in Marbach haben sich am Donnerstag auf den Weg gemacht. Drei Tage lang wandern sie durch Marbach und bringen Lieder und kurze Texte der drei Weisen aus dem Morgenland an die Türen der Marbacher.

„Dieses Jahr sind es 35 Kinder, die für unsere Gemeinde unterwegs sind. Wir haben rund 150 Anmeldungen, aber wir klingeln auch an Türen an Häusern, die nicht angemeldet sind“, erzählt Astrid Vetter, ehrenamtliche Mitarbeiterin der Marbacher Kirchengemeinde.

Waren es im vergangenen Jahr noch zehn Gruppen, so machen sich in diesem Jahr nur noch fünf Gruppen mit ihrem Stern auf den Weg. „Es werden weniger Kinder, die mitmachen. Das merken wir schon“, sagt Hubert Müller vom Kirchengemeinderat.

Doch die Kinder, die heute da sind, haben sich vorbereitet: Kronen thronen auf ihren Köpfen, Umhänge ruhen auf ihren Schultern und manch ein König hat ein ziemlich „rusiges“ Gesicht. Bevor es losgehen kann, spricht der Diakon Michael Jäger die offizielle Aussendung. Gemeinsam wird „Stern über Bethlehem gesungen“ und dann kommen die Kinder in ihren Gruppen zusammen.

David, Andreas, Felix und Jacob bilden eine Gruppe. Bis auf den sechsjährigen David sind die Jungs schon richtig alte Hasen. „Ich bin schon seit fünf Jahren mit dabei“, erzählt der zwölfjährige Felix. „Um den Text mache ich mir keine Sorgen, den kann ich. Ich habe ihn mir vom letzten Jahr gemerkt“, sagt der elfjährige Jacob selbstbewusst. „Zur Not habe ich noch etwas zum Nachlesen“, grinst Felix. Auf der Rückseite des Sterns, den er trägt, steht der Text jedes Sternsingers.

Weshalb man bei einem solch kalten Wetter vor die Tür gehen soll und Kronen aufsetzt? „Damit die Kinder in Peru das Geld bekommen und natürlich wegen der Süßigkeiten“, lacht der zehnjährige Andreas. Das Missionswerk Sternsinger, für das die Spenden gesammelt werden, hat in diesem Jahr den Schwerpunkt auf ein Integrationsprojekt für Kinder mit Behinderung in Peru gesetzt. „Die Spenden werden aber weltweit verteilt“, so Vetter. Nachdem die Checkliste durchgearbeitet wurde und unter anderem Stadtplan, Stern, Kasse und Stoffbeutel im Besitz der Sternsinger sind, geht es los.

Trotz des starken Schneefalls sind die Jungs guter Laune und überlegen sich, wie man noch mehr Geld für die Sternsinger sammeln könnte. Ein Werbebanner auf dem Stern, doch diese Idee wird schnell verworfen. Axel Petruzzelli begleitet die Vier auf ihrem Weg und zeigt ihnen, wo sie singen dürfen. „Ich helfe schon das sechste Mal mit. Als meine Söhne anfingen bei den Sternsingern mitzumachen, habe ich meine Unterstützung angeboten“, erzählt Petruzzelli.

Nach einem kurzen Spaziergang stehen die Sternsinger vor der ersten Tür und klingeln. Zuerst gibt es ein Lied und dann darf jeder seinen Spruch aufsagen. Der sechsjährige David kommt bei seinem ersten Auftritt kurz ins Stocken, doch kein Problem, dank Felix’ Spickzettel sagt auch er seinen Spruch fehlerfrei auf. Matthias Keefer steht an der Tür und freut sich. „Bei uns war die ganze Familie schon als Sternsinger unterwegs. Ich finde es schön, zu den Menschen zu gehen und die frohe Botschaft zu verbreiten, ohne dass man in die Kirche muss“, sagt Keefer.