Die Freien Wähler überreichen ihre jährliche Weihnachtsspende an die Diakonie Marbach
Wer kennt sie nicht, die kleinen weißen Flitzer, die von Haus zu Haus fahren und deren Fahrerinnen und Fahrer dort anpacken, wo Hilfe am nötigsten ist –Tag für Tag, rund um die Uhr? Die Diakonieschwestern und –pfleger sind für viele Marbacher, Rielingshäuser, Benninger und Affalterbacher ein Anker in schwierigen Zeiten. Sie bieten ambulante Pflege für alte und kranke Menschen an. Auch hauswirtschaftliche Unterstützung z.B. im Rahmen der Familienpflege, gehört zu den Diensten der Diakonie. Beratung und Begleitung von Angehörigen, ist ebenso selbstverständlich wie eine kompetente Information rund um das Thema Pflegeversicherung. Einmal pro Woche nachmittags werden Menschen mit dementiellen Erkrankungen durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Diakonie betreut.
Kurz gesagt, die Diakonie bietet einen bunten Strauß an Leistungen rund um das Thema Pflege, praktisch und theoretisch.
45 Jahre lang konnte die Diakonie Marbach ihre Arbeit mit viel Hingabe und Liebe zum Menschen durchführen. Nun befindet sich die Diakoniestation selbst in Nöten. Zunehmender Personalmangel mache es schwer, so viel Umsatz zu erwirtschaften, dass sich die Diakonie finanziell über Wasser halten könne. Es sei ein Teufelskreis, erklärt Dr. Dieter Zagel, seit 10 Jahren Vorsitzender der Diakoniestation Marbach e.V. Fehlende Mitarbeiter könnten keine Patienten betreuen, deshalb komme kein Geld in die Kasse, was wiederum dafür sorge, dass die Diakonie Leistungen streichen müsse. So wurde das „Essen auf Rädern“ vergangenen Oktober eingestellt, auch manche Anfrage musste aufgrund der angespannten Personalsituation leider abgelehnt werden. „Es tut uns in der Seele weh“, beteuerte Ann-Katrin Benneweg, die die Geschicke der Diakonie mit viel Sachverstand und Engagement leitet. „Leider haben wir derzeit drei Langzeitkranke. Wären alle Mitarbeiter verfügbar, würde die wirtschaftliche Situation anders aussehen“.
Die Diakonie Marbach ist nicht die einzige Diakoniestation im Land, die mit Personalmangel zu kämpfen hat. Fehlendes medizinisches Personal beeinträchtigt sowohl in Arztpraxen, in Kliniken und ambulanten Einrichtungen eine ausreichende Versorgung kranker Menschen. Dabei scheint die einst knappe Bezahlung kein Problem mehr zu sein. In den letzten Jahren habe es eine 15-prozentige Gehaltserhöhung für Pflegekräfte gegeben, wusste Frau Benneweg. Schwierige Arbeitszeiten und die generalistische Pflegeausbildung machten es den Diakonien schwer, geeignete Arbeitskräfte zu finden. „Eine examinierte Krankenschwester oder ein Pfleger wären das größte Weihnachtsgeschenk, das uns beschert werden könnte“, so Dieter Zagel.
Eine Pflegerin backen können die Freien Wähler Marbach leider nicht. Aber mit einer Spende von 1500 Euro, die sich aus Spendenbeträgen von Mitgliedern und Geldern aus der Fraktionskasse zusammensetzt, könne die knappe Kasse ein wenig aufgebessert werden. „Uns hilft jeder Cent“, freute sich Frau Benneweg. Sie bedankte sich in diesem Zusammenhang auch bei der Stadt Marbach, die das alte Haus in der Unteren Holdergasse 4, in dem sich die Diakonie befindet, streichen ließ.
Dr. Martin Mistele von den Freien Wählern Marbach und einige Fraktionsmitglieder haben in einem sehr ausführlichen Gespräch mit Herrn Dr. Zagel, Frau Benneweg und Frau Barbieri (Pflegedienstleitung) Informationen über die Arbeitsweise der Diakonie und deren Probleme im Kontext der allgemeinen Arbeitsmarktsituation erhalten, Lösungsmöglichkeiten erörtert und viel Verständnis für die Problematik gewonnen. Ein Rundgang durch das Gebäude rundete die Spendenübergabe ab.
Hoffnungsvoll verabschiedeten sich beide Seiten voneinander – hoffend auf eine Verbesserung der Konjunktur im nächsten Jahr und hoffend auf viele Spenderinnen und Spender aus der Bevölkerung, denn jeder könnte einmal in die Lage kommen, die Dienste der Diakonie zu brauchen.
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