Viele Marbacher Bürger sind laut einem Stadtrat unzufrieden wegen der Parksituation vor dem künftigen Domizil.
Marbach - Ende des Jahres bricht Druti seine Zelte in der Güntterstraße 16 ab. Der Schreibwarenladen verlagert sein Geschäft in die Marktstraße 15. Die Post wird aber nicht mit Druti in die Altstadt ziehen. Wer Briefe oder Pakete aufgeben will, muss das ab Februar in der Güntter-straße 5 erledigen (wir berichteten). Dort, wo aktuell noch der Juwelier Oppenländer Uhren und Schmuck verkauft, hat die Post eine neue Bleibe gefunden. Dieser Standort scheint aber bei den Bürgern nicht auf ungeteilte Zustimmung zu stoßen. „Ich bin wiederholt angesprochen worden von Marbachern, die von Unverständnis bis Entsetzen auf die Lage des neuen Postamts reagiert haben“, sagte Hans Martin Gündner von der SPD jetzt im Ausschuss für Umwelt und Technik des Gemeinderats.Die Kritik der Schillerstädter entzünde sich vor allem an der unbefriedigenden Parksituation vor der Immobilie. Denn die Filiale sei dann mit dem Auto im Prinzip nicht mehr anfahrbar. „Es gibt keine Parkplätze an dieser Stelle“, stellte Hans Martin Gündner fest. Insofern hegten viele Leute, die mit ihm zuletzt in Kontakt standen, den Wunsch, dass sich die Stadt nochmals mit der Post in Verbindung setzt und nachhakt, „ob man das nicht doch noch vermeiden kann“. Den Bürgern schwebe als Alternative vor, ins ehemalige und posteigene Domizil an der Hermann-Hesse-Straße zurückzukehren. „Da gibt es bei den Leuten wenig Ideen, warum das nicht gehen sollte“, meinte Gündner. Selbstverständlich könnte man auch ins Kaufland fahren, um Päckchen abzuliefern, aber das erzeuge ja möglicherweise weiteren Verkehr quer durch die Stadt. Deshalb sei die Bitte aufgekommen, das Ganze zu überprüfen.Der Bürgermeister Jan Trost machte jedoch klar, dass die Würfel in der Sache schon gefallen sind. „Wir waren wirklich sehr intensiv mit der Post und möglichen Betreibern in Kontakt. Es ist aber so, dass die Post im Zentrum bleiben will“, erklärte der Rathauschef. Das zahle sich auch für die Stadt aus, weil dadurch ein Frequenzbringer in der City angesiedelt sei. Wobei man beispielsweise auch ein Objekt in Marbach-Ost bei einer ehemaligen Bäckerei angeboten habe. „Davor hätte man gut parken können“, betonte Jan Trost. Dieses Domizil sei nach dem Geschmack der Post aber zu weit ab vom Schuss gelegen.
Darüber hinaus habe man sich erkundigt, ob nicht doch im einstigen Postzentrum Platz wäre, eine Filiale unterzubringen. „Da haben die aber sofort abgewunken“, stellte Trost klar. Das Gebäude sei „völlig ausgebucht mit postentsprechenden Leistungen. Da können wir dann natürlich wenig gegenhalten.“ Und weitere Flächen in einer adäquaten Größe hätten schlicht nicht zur Verfügung gestanden.
Der Bürgermeister verteidigte zudem den neuen Standort in der Güntterstraße 5. Immerhin könne man hier gleich in der Nähe „bei Müller runterfahren und dort parken“, um dann das kurze Stück bis zur Post zurückzulegen. Jan Trost machte zudem darauf aufmerksam, dass eine Filiale in der Marktstraße noch schlechter zu erreichen gewesen wäre. „Da kann man natürlich gar nicht hinfahren“, erklärt er.
Adriane Haußmann, die die Postagentur in der Güntterstraße 5 übernehmen wird, versichert überdies auf Nachfrage, dass Kunden mit schweren Päckchen direkt vor dem Gebäude ihr Auto abstellen dürfen. Dort sollen auch die andienenden Laster halten, damit der Verkehr in der Güntter-straße nicht blockiert wird. Ferner würden für die Mitarbeiter eigene Parkplätze bereitgestellt, sodass keine Stellmöglichkeiten im öffentlichen Raum in Beschlag genommen werden müssen, betont Adriane Haußmann.
Noch nicht preisgeben will die Geschäftsführerin derweil, welches Sortiment sie über die Postleistungen hinaus in ihrem Laden anbieten will. Man komme damit aber definitiv nicht mit anderen Anbietern in Marbach ins Gehege, stellt sie klar. Zudem kündigt sie an, dass es „für Kinder eine Möglichkeit geben wird, sich zu beschäftigen“.