Ein flexibles Laser-System von Manz ermöglicht die Fertigung von Li-Ion-Batterien: Laserschweißen von gleichen oder unterschiedlichen Metallen sowie von reflektierenden Materialien ist möglich. Foto: Manz

Der Reutlinger Hightech-Maschinenbauer Manz hat mit 325 Millionen Euro 2017 einen Rekordumsatz erreicht. Das entspricht einem Plus von fast 41 Prozent. Wie Manz vom Verkauf der Solartochter profitiert hat, zeigen die vorläufigen Zahlen.

Reutlingen - Beim Maschinenbauer Manz geht es aufwärts. Im Übergangsjahr 2017, in dem das Reutlinger Unternehmen etliche Maßnahmen eingeleitet und umgesetzt hat, um wieder nachhaltig profitabler zu werden, gab es einen kräftigen Umsatzsprung, und auch das operative Ergebnis ist wieder positiv. Der Umsatz stieg um 40,7 Prozent auf das Rekordniveau von 325 Millionen Euro, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verbesserte inklusive eines Solar-Sondereffekts aus dem Verkauf der Solartochter Manz CIGS Technology um 37,5 Millionen Euro auf 1,6 Millionen Euro. ImVorjahr war das operative Ergebnis noch mit minus 35,9 Millionen Euro deutlich negativ.

„2017 war ein anspruchsvolles Jahr, in dem wir einiges auf den Weg gebracht haben, um wieder nachhaltig profitabel zu werden“, kommentierte Manz-Vorstandsvorsitzender Eckhard Hörner-Marass die vorläufigen Zahlen. Dazu zählt auch das so genannte Optimierungsprogramm Manz 2.0, das mit Kostensenkungen und der Verschlankung der Organisation einhergeht. Zudem baut der Reutlinger Maschinenbauer seit Mitte 2017 die Produktpalette mit standardisierten Einzelmaschinen und Modulen aus. Davon erhofft man sich weitere Kunden, zudem kann der Entwicklungsaufwand deutlich reduziert werden. „Die damit verbundenen Investitionen haben bereits in den zurück liegenden Wochen ihre Wirkung in einem kontinuierlichen Auftragseingang entfaltet, so Hörner-Marass. Die standardisierten Einzelmaschinen und Module ließen sich zu kompletten, individuellen Systemlösungen intelligent verketten.

Stabil läuft es im klassischen Displaygeschäft

Auch Finanzvorstand Gunnar Voss von Dahlen sieht das Unternehmen auf Kurs. „Mit den Entwicklungen 2017 sehen wir uns in vielen Bereichen auf dem richtigen Weg zu einer soliden Geschäftsentwicklung. Allerdings ist ein solch tiefgreifender Optimierungsprozess auch kein Selbstläufer. Wir haben noch einige Aufgaben vor uns, die wir 2018 lösen werden, um unsere Profitabilität planmäßig weiter zu steigern.“ Nach zwei verlustreichen Jahren 2015 und 2016 habe man 2017 die Wende geschafft.

In den einzelnen Segmenten lief es unterschiedlich. Im Solargeschäft etwa profitierte Manz von CIGS-Großaufträgen, die sich teils auch erst 2018 auswirken. Stabil lief es im klassischen Displaygeschäft im Segment Electronics. Dagegen blieb der Markt für Anlagen zur Produktion von Endgeräten wie Smartphones oder Tablet-Computer hinter den Erwartungen, um nur mal zwei Beispiele zu nennen.

Das seit 2006 in Deutschland börsennotierte, aber bereits 1987 gegründete Unternehmen entwickelt und produziert derzeit in Deutschland, China, Taiwan, der Slowakei, Ungarn und Italien. Vertriebs- und Service-Niederlassungen gibt es darüber hinaus in den USA und in Indien. Manz beschäftigt rund 1700 Mitarbeiter, davon etwa die Hälfte in Asien. Unterwegs ist der Maschinenbauer in verschiedenen Technologiefeldern – darunter auch Automation oder Messtechnik und gilt als wichtiger Innovationstreiber für den Durchbruch von Schlüsseltechnologien, wie nachhaltige Energieerzeugung und -speicherung, Displays und Geräte für globale Kommunikation sowie die E-Mobilität.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: