Das verdächtige Paket entpuppte sich als Übungsbombe. Foto: AFP

Das gesprengte Paket im Old Trafford-Stadion in Manchester hat sich als vergessene Übungsbombe entpuppt. Zuvor war das Spiel von Manchester United abgesagt worden.

London - In England ist ein verdächtiges Paket im Fußball-Stadion von Manchester United nach der Räumung der Arena gesprengt worden. Nach Angaben der Polizei vom Sonntagabend stellte sich später heraus, dass es sich um eine Übungsbombe handelte. Sie sei von einer Privatfirma nach einem Training mit Hunden, die zur Sprengstoffsuche ausgebildet wurden, im Stadion vergessen worden. Die Arena war am Nachmittag wenige Minuten vor Anpfiff des Erstliga-Spiels zwischen Manchester United und dem AFC Bournemouth evakuiert worden. Medienberichten zufolge waren zu dem Zeitpunkt bereits rund 60.000 Zuschauer im Stadion Old Trafford.

Am Sonntag hatte es zunächst 20 Minuten vor dem für 16 Uhr geplanten Anpfiff des Spiels geheißen, es würden zwei Tribünen geräumt. Kurz darauf erklärte die Polizei, das Stadion werde komplett evakuiert. Bombenräum-Experten des Militärs seien vor Ort. Dem Verein zufolge wurden rund um den Fundort des Paketes Spürhunde eingesetzt. Das Spiel wurde abgesagt. Sprengstoff-Experten brachten das Paket in der Arena schließlich kontrolliert zur Sprengung. Am Abend teilte die Polizei mit, die Übungsbombe habe so echt ausgesehen wie eine Bombe nur aussehen könne. Deshalb sei es zu dem Zeitpunkt die richtige Entscheidung gewesen, das Stadion mit Blick auf die Sicherheit der Zuschauer zu räumen.

Zunächst war unklar, ob Vorfall einen terroristischen Hintergrund hat

Das Thema Sicherheit bei Fußball-Großveranstaltungen ist hochaktuell. Nach den Anschlägen in Paris im November strebt die französische Regierung an, den Ausnahmezustand im Land während der Fußball-Europameisterschaft beizubehalten. Die EM in Frankreich beginnt am 10. Juni und dauert einen Monat. Es wird mit 2,5 Millionen Zuschauern in den Stadien gerechnet. Im November war in Hannover ein Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden kurz vor dem Anpfiff wegen akuter Anschlagsgefahr abgesagt worden.

In Manchester war am Sonntag zunächst offengeblieben, ob der Vorfall einen terroristischen Hintergrund hat oder nicht. Erst am Mittwoch hatte Großbritannien die Warnstufe für einen möglichen Anschlag durch nordirische Extremisten auf „substanziell“ angehoben. Die Behörden gehen damit von einer hohen Wahrscheinlichkeit einer solchen Tat aus. Zudem besteht die Sorge, dass die Zelle der Extremisten-Miliz Islamischer Staat, die für die Anschläge in Paris und Brüssel verantwortlich gemacht wird, auch in geplante Attentate in Großbritannien eingebunden sein könnte.

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